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Textauszüge aus dem Ausstellungs-Katalog

Die Kunst zu wandeln

das labyrinth

Mythos und Wirklichkeit


Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1.
Von labyrinth-ähnlichen Formen
2. Vom Labyrinth selbst
3. Gedanken zum Labyrinth
4. Vom Ursprung des Labyrinths
5. Das Labyrinth und seine Wendepunkte in der Geschichte
6. Das Labyrinth ist auch Symbol
7. Ariadnes Faden
8. Das Labyrinth in interdisziplinären Bereichen
9. Die Kunst zu wandeln
10. Anleitung zum Begehen eines Labyrinths
11. Literaturhinweise
Ergänzungen: Zum Irrgarten u Labyrinth hist. u gegenwärtig sowie ergänzende Literautr u Websites

 

Einleitung


Das Wort Labyrinth schwirrt in Raum und Zeit und doch meinen viele, die es verwenden, einen Irrgarten.
Ist ein Irrgarten kein Labyrinth? Ist ein Labyrinth kein Irrgarten?

Wenn wir wüßten, daß die Welt ein Labyrinth ist, dann wüßten wir, daß es ein Zentrum gibt. Egal ob dort etwas Schreckliches wie der Minotaurus oder etwas Göttliches wohnt. Aber es gäbe ein Zentrum. Wenn wir hingegen annehmen, daß die Welt Chaos sei, dann wären wir wirklich verloren.
Jorge Luis Borges

Die Kunst zu wandeln
meint zum einen die Veränderung der Form des Ur-Labyrinths in der Kunst und Kulturgeschichte und zum anderen die Kunst, es zu begehen, es zu wandeln; vielleicht dabei auch sich zu wandeln, wandeln zu lassen.

Mythos und Wirklichkeit
hinterfragt unsere Kultur und Kulturgeschichte. Das Labyrinth selbst ist ein Mythos. Es ist eng verbunden mit dem Mythos von Ariadne und Theseus. Was ist Wirklichkeit?

Die Zeit nimmt in der Vorstellung der westlichen Kultur eine Wendung ins 3. Jahrtausend. Kommunikations- und Beziehungs-Strukturen befinden sich im Prozeß einer Wende (Internet, virtuelle Welt). Das Alltagsleben bringt immer wieder Wendepunkte. Neu/Orientierung ist gesucht und gefragt. Der Weg im Labyrinth nimmt viele Wendungen. Das gegenwärtig große Interesse in Europa und den USA am Labyrinth ist wohl Ausdruck dieser Zeitenwende.

Wir warten auf Wunder … das Wunder wartet auf uns.
Rose Ausländer

Es bieten sich viele Wege an, dem Labyrinth näherzukommen, sich mit diesem auseinanderzusetzen: Archäologische Objekte, Mythen, Geschichtstexte, bildende Kunst, Literatur, Musik, neue Technologien und natürlich die körperlich sinnliche Labyrintherfahrung selbst.
Die Ausstellung, zu der diese Publikation erscheint, bietet nicht nur einen Überblick und Antworten. Es werden sowohl alte und neue Fragen gestellt als auch aktuelle Forschungsergebnisse und Hypothesen angeboten.

Wir werden nicht aufhören zu erkunden,
Und das Ende all unserer Erkundungen
Wird die Ankunft an der Stelle sein,
Wo wir begannen,
Und wir werden sie zum erstenmal erkennen.

T. S. Eliot

 

 

Von labyrinth-ähnlichen Formen


Spiral-Formen finden sich in der Natur bei Schnecken, Muscheln, Farnen, Wasser- und Luftwirbel, im Zellkern der roten Blutkörperchen. Die Mehrheit der Galaxien ist spiralig strukturiert u.a.m..
Die Spirale ist eines der ältesten Ewigkeitssymbole. Sie ist kein Symbol für Absolutes, denn sie ist kein Ganzes, da sie ihrer Natur nach niemals abgeschlossen sein kann.
Mäander, ebenfalls eine Form der Natur abgeschaut, wie z.B. der Weg von Flußläufen, können sich als endlose Bänder auf Keramiken oder Wohnwänden u.a. ziehen. Auch die Struktur des Gehirns mit seinen verschlungenen Wegen erinnert an das Labyrinth, doch ist es nur eine ähnliche Form.

Kreis, Einfach- Doppel- Dreifach- und Vierfachspirale sowie die liegende Acht, auch Unendlichkeitsschleife genannt, finden sich weltweit bereits als Felsritzungen aus prähistorischer Zeit und später auf Keramiken.

Das Labyrinth ist ein von Menschen geschaffenes Kulturgut, das nicht allen Kulturen zu eigen ist.

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Vom Labyrinth selbst


Dem Labyrinth im eigentlichen Sinn liegen folgende Kriterien des Formprinzips zugrunde:

....... Es gibt eine äußere Begrenzungslinie, die nur eine Öffnung besitzt.

....... Die Figur kann (gedanklich oder körperlich) zwischen den Linien abgeschritten werden.

....... Der Weg ist kreuzungsfrei, d.h. er bietet keine Wahlmöglichkeit, wechselt immer wieder pendelnd die Richtung.

....... Mit einem Maximum an Umweg wird der Innenraum ausgefüllt. Der Weg führt wiederholt sehr nah am Zentrum vorbei und mündet schließlich ausweglos und sackgassenartig in ein Zentrum.

....... Nur durch eine Wendung, also einen Bogen machend, kann der Weg fortgesetzt werden. Er ist der einzige Weg, der Ausweg ist, der Weg, der wieder hinausführt.

....... Denselben Weg zurückgehend wird dieser diesmal vorschauend erfahren.

....... Der Mittelpunkt des Labyrinths ist nicht das geometrische Zentrum.

....... Das Zentrum ist ein leerer Raum.


Gedanken zum Labyrinth


Das Wort wios (Umschrift) mit der Betonung auf dem i steht für Leben und hat eine griechische Sprachwurzel. Das Wort wios (Umschrift) mit der Betonung auf dem o steht für Bogen und hat seinen Ursprung im Sanskrit. Für mich gibt es eine Verbindung zwischen Leben und Bogen, ob als Lebensbogen, Schießbogen, einem Bogen einer archaischen Lyra, der klingt. Klang als Synonym für Leben. Leben ist Musik. Aus Bögen besteht das Labyrinth. Sie rhythmisieren den Weg, das sich immer wieder wendende Leben.
Das Labyrinth entspricht diesem Charakter: Es führt nicht der kürzeste Weg von G nach M. Die Verzögerung, den Mittelpunkt zu erreichen, ergibt sich durch den maximalen Umweg im vorgegebenen Raum, der aus Bögen strukturiert ist.

Die Qualität des Umweges steht als Gegenpol zur Geradlinigkeit. Dazu läßt sich assoziieren: Sich geradlinig bewegen, rechtmäßig, die Richtung rechts, korrekt, Regierung, Ordnung, Richter, Regent, Regime, Regel und Recht.

All diese Worte und damit die Geradlinigkeit stehen in engstem Zusammenhang mit Herrschaft. Die geraden Wege des Patriarchats haben sich nicht nur für Frauen als Sackgasse und Irrwege erwiesen.
Somit kann anhand des Labyrinths und seiner Geschichte gesellschaftspolitische Veränderung analysiert und aufgezeigt werden.

Einen Labyrinthweg gehen heißt aus der gewohnten Bahn geführt werden. Der Labyrinthweg bringt Irritation, bringt Wendungen, Staunen, neue Bewegungs- und Lebensformen, ein neues Lebensgefühl, eine neue Qualität.

Ins Zentrum gelangen, heißt zur Mitte, heißt zur Balance kommen, zum Gleichgewicht. Aus dem Rhythmus fallen ist notwendig, sonst würde das Gleichgewicht Starre werden. Bewegung, ohne Wertung: hineingehen, hinausgehen. So wie: einatmen, ausatmen. Beide bedingen einander. Das Eine ist nicht ohne das Andere.

Moral wertet, wertet das Hinausfallen als Fehler, als schlecht. Moral entsteht aus gesellschaftlichen Strukturen und ist ein kultureller Prozeß. Mit unserem Bewußtsein schaffen wir die Welt. Im Labyrinth kann kein Fehler gemacht werden, außer dem, den Weg nicht weiterzugehen.

Im Laufe der Jahrhunderte fand ein Übergang von einer bildgebundenen zu einer begrifflich orientierten Informationsstruktur statt. Dies läßt sich gut an Alexander dem Großen zeigen. Er löst nicht das Rätsel des Gordischen Knotens, in dem Weisheit liegt sondern greift zum Schwert und durchtrennt ihn.

Das Bild bzw. die Metapher des Kampfes, hat der Qualität des Rätsels Platz gemacht. Mit diesem Wandel beginnt sich auch die Bedeutung des Mythos zu verändern. Der menschliche Intellekt wurde immer mehr zum bestimmenden Kriterium in der Auseinandersetzung um die Weisheit. Für diese kann der Kampf nur tödlich enden. Weise Frauen und Männer stellen sich weiterhin dem Rätsel als der größten aller Herausforderungen.


Der Übergang von der Verwendung der Runen zur Weissagung, für intuitive Vorgänge bzw. Entscheidungsprozesse zu ihrer Verwendung als Alphabet, markiert einen Wendepunkt in der Nutzung der Gehirnhälften, von der rechten zur linken, von der intuitiven zur analytischen Seite.

Diese Tatsache steht in direktem Zusammenhang mit dem Labyrinth, das von seiner Gestalt viele BetrachterInnen mit dem menschlichen Gehirn assoziieren. Der Weg des Labyrinths pendelt von links nach rechts und wieder zurück. Das Gehen durch ein Labyrinth läßt die WandlerInnen sich wenden.
Eine wissenschaftliche Untersuchung steht noch aus, welche Hirnareale auf welche Weise durch das Labyrinth aktiviert werden, doch Zusammenhänge werden vermutet. Daß das Labyrinth wirkt, etwas bewirkt und zwar eindeutig etwas anderes, als ginge man eine gerade Straße entlang, das berichten alle, die es einmal abgingen.

Am Beginn der Geschichte wurde menschliches Wissen in den Sand geschrieben, in die Erde gezeichnet.

Diese ursprüngliche Bindung der spirituellen Symbolik an die Materie, die Einschreibung der Zeichen in das Element des Irdischen rückt ihre Bedeutung in die Ferne, in ein fremdes Raum-Zeit-Gefüge.
Cathrin Pichler

Es ist ja nichts falsch an der Logik. Ebensowenig verlange ich von der Philosophie, daß sie wissenschaftliche Beweisführung kritisieren soll. Falsch ist es aber, Logik und wissenschaftliches Denken auf das menschliche Leben zu übertragen.
Hans-Georg Gadamer

Yin-Yang stellt den Ausgleich dar, die Balance, die Einheit der Gegensätze. Ein Moment. Im Bild. Das Labyrinth tut es ebenso und bietet obendrein noch die bewegte Erfahrung durch Begehen.

An die Grenzen des Verstehens, damit an die Grenzen des Verstandes zu kommen, hat etwas schmerzhaft Beängstigendes an sich, weil die vollständige Hingabe gefordert ist. Hingabe erfordert Radikalität, die über jede Grenze hinausgeht. Sie ist die Freiheit, die keinen Halt mehr kennt und deren Konsequenz das Wunder(n) ist - einzig beruhend im Vertrauen auf die Eine Kraft. Das Leben kann nicht verstanden, es muß gelebt und geliebt werden.

 


Vom Ursprung des Labyrinths


Welchen Ursprung und welche Bedeutung das Labyrinth hat, darüber rätseln viele. Dabei am Schreibtisch sitzend, rätselt sich anders als das Labyrinth begehend. Die Fragen rücken dann in den Hintergrund, weil die gegenwärtige Erfahrung des Wandelns im Labyrinth im Vordergrund ist.

Stammt dein Wissen ums Feuer nur vom Hörensagen, dann sieh zu, vom Feuer gekocht zu werden, es gibt keine andere Gewißheit, ehe du nicht brennst.
Jelal-uddin Rumi

Hermann Kern stellte die These auf, die besagt, daß der Ursprung des Labyrinths im Tanz liegt. Die Vorstellung des Labyrinths als architektonischer Bau geistert zwar seit Jahrhunderten in vielen Köpfen herum, nichtsdestotrotz ist dies nach wie vor nicht nachweislich belegbar, daß sich diese manifestiert hätte.

Ich tanze, weil kein Teil meines Lebens ohne die Erfahrung der religio bleiben soll.
Sokrates

Religiöse Tänze, bei denen die TänzerInnen einem gewundenen Weg folgen, sind in Großbritannien, den Niederlanden, in Deutschland, Griechenland, Indien und auch auf pazifischen Inseln bekannt. Das Labyrinth stammt aus der vorgriechischen Zeit. Wissen über damalige Tänze liegt im Vergessen. Der Tanzreigen ist Symbol zyklischer Zeit. Labyrinthwege und doppelte Spiralmuster sind Hinweis für den Glauben an die Wiederkehr des Lebens, das durch den Tod führt.

Menschliche Freiheit, so lehrt der Tanz, ist nicht die absolute Ungebundenheit und Eigenwilligkeit, vielmehr das Eingebundensein in zeitlose Gesetzmäßigkeiten. In gewisser Weise aktiviert das Tanzen im Labyrinth auf magische Weise die darin schlummernden Kräfte. Der Körper des Geistes, wie John Layard das Labyrinth nannte, wird zum Leben erweckt.
G. Wosien


Bewegung ist ein Weg, sich selbst in Einklang von Körper und Seele zur Entfaltung zu bringen. "Tanz heilt nicht", meint die Therapeutin Hannelore Eibach, "er ist jedoch ein heilsames Medium, um Körperausdruck und Körpererleben verstehbar zu machen. Immer geht es um Integration äußerer und innerer Bewegung. Ganzheitliches Handeln kann somit heißen: Tanzen. Tanz ist Erfahrung von Zeit und Raum. Im Tanz werden wir vom ZuschauerInnendasein befreit und zu AkteurInnen unseres Lebens."

 


Das Labyrinth und seine Wendepunkte
in der Geschichte

 


Der Beginn

liegt im Dunkeln, im Sprachlosen, im nicht dokumentierten Raum, liegt vor jener Zeit- Wendung, in die wir noch keinen Einblick, keinen Zugang haben. Raum und Zeit sind nicht definierbar.
Die ersten Funde stammen aus der Zeit um 1200 v.u.Z..
Wenngleich es keine Aufzeichnungen aus früheren Zeiten gibt, kann davon ausgegangen werden, daß es das Labyrinth bereits davor gab.

1. Wendung

Zwei Labyrinthfragmente eines Tongefäßes wurden 1960 in Tell Rifa'at, Syrien gefunden. Es sind 7-gängige Labyrinthe kombiniert mit Mensch- und Tierdarstellungen.

Das bisher älteste, sicher datierbare Labyrinth blieb uns durch Zufall erhalten. Der mythologische König Nestor war bekannt für seine Weisheit und als Ratgeber sehr gefragt. Er wohnte in seinem Palast in Pylos, im SW des Peloponnes. Als dieser 1200 abbrannte, wurde in dessen Lagerraum auch ein Tontäfelchen mit einer Labyrinth-Ritzung (siehe Seite 8) und einem Text in dem bronzezeitlichen Dialekt der griechischen Sprache, der Linear B Schrift, auf der Vorderseite erhalten.
Bisher wurde der Text in der Wissenschaft als Aufzählung der Namen von zehn Männern mit Zuordnung einer oder zweier Ziegen gelesen.


Nach der Übersetzung von Friedrich Dürr ist dieser dorische Text eine Anrufung in Form einer Litanei, die im Ernstfall von Kapitän und Mannschaft eines Handelsschiffes artikuliert wurde. Sie lautet:

Hebe von Jonien, schrecklich ist der Sturm Errette!
Beschütze, o Starke, die Schiffsladung vor der
Meerestiefe! Errette!
Besorge für den schmalen Gang einen Faden! Errette!
Am Faden entlang bis zu den Türflügeln
werde ich die Augen schließen. Errette!
Ich bin unverzagt: du wirst kommen -
ich werde jubeln. Errette!
Es bleibt doch nicht etwa verborgen der Faden?
Reiche dar, sende (und) der Sturm verstummt! Errette!
Das Verderben ist die hochgehende See.
Das Herz bringt sie zum Stehen.
Zeige den Weg, führe durch den Sturm! Errette!
O, daß doch das Zeichen des Heils (käme)! Errette!
Ich werde wohl doch keinen Schiffbruch
in der Fremde erleiden? Errette!
Errette!
Zeige den Faden! Errette!

Das reduzierte Verständnis des Labyrinths auf das Hinausführen ist typisch griechisch (der Ariadne Faden führt hinaus - obgleich in einem Labyrinth kein solcher vonnöten wäre).

Wäre dieses Unglück nicht passiert, hätten wir keinen Fund. Daher stellt sich die prinzipielle Frage, ob es gewollt war, daß es keine Labyrinth-Abbildungen gab.
Aus diesen Gegebenheiten leiten sich weitere Fragen ab.

2. Wendung

Die Felsritzung eines Labyrinths in einer Grabhöhle auf Sardinien kann nur geschätzt werden und ist mit 2500 v.u.Z. angegeben. Eine Höhlenmalerei in Sizilien wird ebenso alt geschätzt. Wer brachte diese an?

Der Ursprung des Labyrinths wird von vielen im Tanz vermutet und auf Kreta. Von dort könnte es seine Reise in die ganze Welt vielleicht angetreten haben. (Dafür gibt es jedoch keine Beweise und die neue These der Wortherkunft spricht dagegen). Grundlage für die bisherige Annahme bildet der griechische Ariadne-Mythos, der viel später entstand.

Die ersten kretischen Labyrinth-Funde stammen aus dem 4. Jh. v.u.Z.: Münzen. Zu dieser Zeit hatten bereits die Griechen die Herrschaft übernommen und damit altes kretisches Kulturgut vernichtet oder (oft in verfälschter Form) in ihre Kultur integriert. Die kretische Kultur fand bereits um 1400 v.u.Z. ihren Niedergang.

Doch der Beginn kann ganz anders gewesen sein.

3. Wendung

Ist das Labyrinth sumerischen oder phönizischen Ursprungs? War es nur einer PriesterInnen-Kaste vorbehalten? Entstand es, um ein religiöses Weltbild/Symbol des menschlichen Lebensweges widerzugeben? Wurde es entworfen, um mathematisches Wissen in konzentrierter Form weiterzugeben? Gibt es einen Bezug zu den Sternenkonstellationen? Entstand es zufällig beim meditativen spielerischen Zeichnen am Strand?

Wir wissen es nicht. Was gründet auf Forschung, was beruht auf Projektionen unserer Zeit auf jene vergangene?

Herman Kern vertritt die Ansicht, daß es sich beim Labyrinth um eine komplexe kulturelle Leistung handelt und stellt die Frage:
Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit in einer bestimmten Kultur die Labyrinth - Vorstellung überhaupt denkbar wird?


Zur Wortgeschichte

4. Wendung

Als erste schriftliche Erwähnung galt bisher jener Text, der sich auf einem mykenischen Tontäfelchen um 1400 v.u.Z. findet. Er lautete in einer nicht gesicherten aber in der Wissenschaft tradierten Übersetzung

Ein Honigtopf für alle Götter
ein Honigtopf für die Herrin des Labyrinths

Friedrich Dürr übersetzt diesen wie folgt:

Den Schiffen stehet bei!, damit es keinen Bruch gibt
Er ist der Mutterstadt zugetan.
Zum Kampf, jonisch gesagt!
Irgendwann werde ich den Bruch heilen.

Diese Neuübersetzung, die offenbar nichts mit dem Labyrinth zu tun hat, stellt die Verbindung Kreta und Labyrinth erneut in Frage und gibt der Labyrinth-Forschung eine weitere Wendung.

Das Wort labyrinthos ist ein vorgriechisches und weiters kein kretisches Wort. inthos weist auf eine Ortsbezeichnung hin, labrys ist ein klein-asiatisches Wort und wurde oft mit Doppelaxt übersetzt. Gesichert ist, daß diesesWort auf Kreta nicht für die Doppelaxt (die die ab-und zunehmenden Mondsicheln darstellen dürfte) verwendet worden ist.


Die Griechen haben das Wort Labyrinthos das für sie ein fremdes Wort war, absichtlich oder unabsichtlich missverstanden, wenn sie ihm die Bedeutung Irrgebäude bzw. Irrgarten beilegten.
Eine Möglichkeit, sich dem geheimnisvollen Wort etymologisch zu nähern, ist, in ihm einen ganzen nordwestsemitischen Satz zu hören. Obwohl dafür literarische Beweise fehlen, schlägt Friedrich Dürr eine Deutung vor, die er probeweise mit altphönizischen Buchstaben geschrieben hat.


Auf die Mitte weise den Umherirrenden hin!

Grammatikalisch handelt es sich dabei um einen Imperativ, der an eine Frau oder Göttin gerichtet ist.
Mitte steht auch für Herz bzw. Zentrum des geistig-seelischen Lebens.
Inhaltlich paßt der Text zur Form.
Da es keinen Nachweis gibt, daß der Ursprung des Labyrinths in Kreta liegt, ist es wohl korrekt, nicht vom kretischen Labyrinth zu sprechen, sondern besser vom Ursprungs-Labyrinth bzw. von Ur-Labyrinth. Denn im Laufe der Zeit wurde die Gestalt und auch die Nutzung des Labyrinths verändert.

Die Ergebnisse von Zoltan Kruse bzgl der Erforschung des Laut- und Urwortskern-Bestandes des Namens "LABYRINTHOS" ist hier vom Autor selbst kurz zusammengefaßt nachzulesen


5. Wendung

Felsritzungen in Spanien (Pontevedra) werden mit 900 v.u.Z. datiert, doch gesichert sind diese Daten nicht.
Die Felsritzungen in Italien (Val Camonica) scheinen um 100 jünger zu sein.

Die Kanne (Oinochoe) von Tragliatella, entstammt einer lokalen etruskischen Produktion aus ca. 620 v.u.Z.. Sie zeigt eine Labyrinthabbildung und einen Text mit einem Wort, das bisher mit Troia übersetzt wurde, Reiter, Frauen und die Abbildung eines Geschlechtsaktes.

Die Übersetzung nach Deecke 1881 erfolgt in der Annahme, es handle sich hier um Helena und Paris:

diesen Krug hat Amno gemacht
diesen Krug schenkt Ateia
das ist Helena

Arnold von Salis deutete diese Szene mit Ariadne und deren Amme und Theseus
Bisher wurde die 4. Sequenz mit Troia übersetzt, was darauf beruht, daß die Etruskologen ein P zu einem R umfunktionierten, wodurch sich das Wort Troia ergibt.

Der alphabetisch geschriebene etruskischer Kurztext
lautet nach der Übersetzung von Friedrich Dürr 1999:
1. Sequenz:
(Die Italerin überreicht den landsuchenden Etruskern den Friedensapfel)
Wer läßt diese demütig werden?
Das vollbringt der Starke.
2. Sequenz:
Wer ist dieser? Der Schößling aus der Gewundenen.
3. Sequenz:
Wer garantiert der Empfangenden die Würzmischung?
4. Sequenz:
Die göttliche Mitte (der Nabel Gottes/der Göttin)

Anmerkungen dazu:
Das auf dem Weinkrug dargestellte Labyrinth soll wohl die Gebärmutter, den Uterus der Erde verkörpern, welcher die Wiedergeburt verbürgt.
Die einheimische Bevölkerung unterschiedlichster Stammeszugehörigkeit, auf welche die Etrusker bei ihrer Einwanderung trafen, wurden insgesamt Italer genannt. Interessant ist, daß auf der Weinkanne italische Frauen dargestellt werden, als Händlerinnen (am Halsband zu erkennen) und als Friedenstifterinnen (am Bauchband zu erkennen).

Um 300 v.u.Z. werden Münze, die runde bzw. eckige, links- bzw. rechtsgängige Labyrinthe zeigen mit dem Schriftzug Knossos auf Kreta geprägt.

Platon (um 400 v.u.Z.) verwendet die Labyrinth-Metapher noch im ursprünglichen Sinn. Doch eigene labyrinthische Erfahrung fehlt ihm bereits. Er erwartet im Zentrum ein Denkergebnis.
Eine Architektur des Labyrinths, ein Labyrinth-Bau, gehört in das Reich der Mythen. Daedalus ist einer der im Mittelalter namentlich bekannten antiken Baumeister. Nach ihm wird im Sprachgebrauch ein guter Architekt als ein "wahrer Daedalus" bezeichnet. Doch ist historisch Daedalus nicht belegt.

Ab ca. 300 v.u.Z. und damit bedeutend später als das Labyrinth kreiert wurde, wird das ursprüngliche Labyrinth als Irrgarten verstanden.
Natürliche Höhlen mit sich wendenden (und ev. sich verzweigenden) Wegen waren Initiationsplätze und werden bis heute fälschlicherweise als Labyrinthe bezeichnet.

Das Labyrinth findet im römischen Reich Verwendung bei Leichenfeiern. Mit ihm wurde die Grenze zwischen der Totenwelt und den Lebenden gezogen; ein Schutzkreis um den Toten/die Tote, der die Lebenden vor seiner/ihrer Wiederkehr bewahrt. Gleichzeitig werden so die Verstorbenen in ihre neue Existenzform eingeführt.

Später zu Pferde - anfangs mit zwei, später (unter Kaiser Augustus ca. 27 v. - 14 n.u.Z.) mit drei Gruppen wurden zur Einführung adeliger Jünglinge in die Gesellschaft sogenannte Troiaspiele /Labyrinthspiele durchgeführt.

Auch bei einer Stadtgründung kam das Labyrinth zum Einsatz: als magischer Schutz.

Um 50 n.u.Z. benennt Plinius vier Gebäude als Labyrinthe, die nachweislich keine sind. Er charakterisiert diese als düster und gefährlich. Diese Assoziationen sind bis heute fälschlicherweise mit dem Labyrinth verbunden.

79 n.u.Z.: In Pompej findet sich an einem Türstock in Form eines Graffiti ein Labyrinth und seine Bezeichnung mit der Inschrift: Hier wohnt Minotaurus.

Um 100 n.u.Z. zeigt Plutarch in seiner Zusammenfassung all die widersprüchlichen Berichte und Interpretationen zur Geschichte Theseus und Ariadne auf, die von Ovid, Vergil, Diodorus, Apollodorus, Plutarch, Homer u.a. stammen. Innen- wie außenpolitische Interessen färbten wohl die unterschiedlichen Varianten.

Zwischen 150 v.u.Z. und 450 n.u.Z. entstehen römische Mosaik-Labyrinthe. Diese waren nie zum Begehen gemacht.
Ausschließlich innerhalb des römischen Herrschaftsgebietes finden sich Abbildungen von Ariadne, Theseus und Minotaurus im Zusammenhang mit dem Labyrinth. Der Grund dafür könnte gewesen sein, damit den Übergang zum Patriarchat und seinen Werten zu dokumentieren.

Auch die Kombination des Labyrinths mit der Stadt ist eine einzigartig römische kulturelle Kreation.


6. Wendung

Mit der staatlichen Anerkennung des Christentums entstehen ab 324 die ersten Kirchenlabyrinthe.

Das älteste bekannte Kirchenlabyrinth befand sich in der römischen Basilika im algerischen El Asnam (sie ist die heutige Kathedrale von Algier). Davor fanden sich Labyrinthe nie in Tempel, nur in Profanbauten. Die Labyrinthe werden nun mit christlichen Inhalten belegt.

Um 793 leben die Normannen im Gebiet des heutigen Frankreich und trugen wahrscheinlich zur Verbreitung der Labyrinthe bei, die sie nach 1066 auch nach England brachten.

Von der Mitte des 9. Jh. an, entstehen Handschriftenlabyrinthe. Das Labyrinth kommt nun in religiösen Schriften vor und wird von christlichen Vorstellungen vereinnahmt.

Eine neue Methode steht hinter dem Entwurf der christlichen Labyrinthe: konzentrische Kreise, das Zentrum ist kreisrund, das Zentrum ist im geometrischen Mittelpunkt. Es entstehen Labyrinth-Varianten:

Typ Otfried
die Gangzahl wurde auf 11 erhöht, indem ein Labyrinth ins Labyrinth gesetzt wurde, dh. es ist keine Neuerfindung des Labyrinths. Das Labyrinth wurde zum Symbol für die sündige Welt. Herr der Welt wird Christus.

Typ Chartres
Der ausgesparte Kreuzungspunkt wird christliches Symbol und in Form und Inhalt christianisiert. Mit diesem Typ ist die Christianisierung des Labyrinths historisch abgeschlossen. In der Westkirche (dh. röm. kath.) entstand der Typ Chartres als Abgrenzung zu heidnischen Troiaburgen und der Normanneninvasion. In der griech. orth. Ostkirche fand keine Veränderung statt, sondern wurde die Ursprungsform weiterverwendet.
Das Labyrinth erhält seinen Eingang im Westen der Todesrichtung, wo die Sonne untergeht.

Oster-Ball-Spiele werden in Frankreichs Kirchen auf dem Labyrinth durchgeführt. (1413 beschließt das Kapitel von Sens diese und verbietet sie mit Beschluß 1538 wieder)


Das Chartres Labyrinth hat im Vergleich zum Ursprungs-Labyrinth unter anderem
..... einen größeren regulativen Charakter
..... das ursprüngliche Kreuz wird verschoben und stattdessen wird ein Kreuz (durch Viertelung des Raumes) ins Labyrinth gelegt
..... Das Chartres Labyrinth kann nicht getanzt werden, da die Form zu kompliziert ist.

Das kretische Labyrinth wurde gekreuzigt, formuliert Gundula Thormaehlen Friedman knapp.
Wenn der Weg das Leben ist, das Labyrinth die Welt, so heißt das, daß das Leben, die Welt, gekreuzigt wurden. Dem ursprünglichen Labyrinth wurde damit seine Lebensenergie genommen.
Ca. 1210 wurde das Labyrinth in der Kathedrale von Chartres als Bodenkirchenlabyrinth gebaut. Es ist das schönste und besterhaltenste.

Typ Jericho
entsteht ab dem späten 13. Jh.. Die Labyrinthe kommen siebengängig vor, wobei von 7 Mauern aber 6 Umgängen die Rede ist und stellen selbst die Stadt dar.
In der röm. kath. Kirche findet sich gewöhnlich die runde Labyrinth-Form. In der griech. orth. Kirche finden sich eckige Labyrinthe. Hier kommt die Heilserwartung zum Ausdruck: Der Eingang ist im Osten. Jericho wurde auch als "Mondstadt" bezeichnet und mit wechselhaft und sündig assoziiert, wobei der Mond auch für Frauen stand.
In der jüdischen Religion wird Jericho (ab dem 13.Jh.) ins Zentrum des Labyrinths gesetzt.
In Syrien kommen beide Variationen vor.

Das Jericho Labyrinth ist vermutlich auf den römisch-antiken Einfluß zurückzuführen: Die Städte Troia und Jericho wurden beide ohne Gewalt eingenommen.

In Frankreich kommen ausschließlich Kirchenlabyrinthe (d.h. keine Rasenlabyrinthe) vor. In England entstehen etwas später ausschließlich Rasenlabyrinthe, die in Größe und Linienführung den Kirchenlabyrinthen gleichen. Ab dem 13. Jh. ist auch der Typ Chartres zu finden.

Ab dem 14. Jh. entstehen Labyrinth-Fresken in dänischen und anderen skandinavischen Kirchen.

1300: Im skandinavischen Raum werden Labyrinthe "Troiaburgen" (7-, 11- oder 15gängig, klassischer Typ) genannt und mit Steinen gelegt. Das mag dem Klima entsprechen oder eben der Kultur, die das Labyrinth adaptiert oder hervorgebracht hat. Wird mit Steinen eine Troiaburg gelegt, werden Steine verlegt, Sandspuren verwischt, so entsteht aus dem Labyrinth natürlicherweise ein Irrgarten. Interessant jedoch, daß Irrgärten in Skandinavien keine Tradition haben.

Ab dem 16. Jh. werden Rasenlabyrinthe, die davor siebengängig angelegt waren, auch im Typ Chartres gebaut.

Fast ausnahmslos wurde die Form ausgehoben. In Saffron Walden (England) wurde der Weg ausgehoben.
Es besteht die Vermutung, daß das siebengängige Labyrinth von Dänemark im 9. Jh. nach England kam und dann Einfluß auf Frankreich hatte. Ab dem 16. Jh. besteht die Anglikanische Kirche und seit dieser Zeit gewinnt das siebengängige Labyrinth wieder an Bedeutung und verliert sie teilweise wieder.


7. Wendung

Ab 1420 werden Irrgärten gezeichnet und angelegt, in einer Zeit, da sich die Menschen von der religiösen Gebundenheit emanzipieren. Wahlmöglichkeiten aufgrund von Mündigkeit und Eigenverantwortung sind die Basis. Der Irrgarten wird damit zum Symbol einer Welt, in der sich der Mensch verlieren kann bzw. verliert.
Die älteste bekannte Darstellung eines Irrgartens stammt aus dem Notizbuch des venezianischen Arztes Giovanni Fontana.
Parallel zum Irrgartenthema setzten sich viele mit der "EinLinienThematik" auseinander. Für Dante, da Vinci, Dürer u.a. hatten diese dekorativ-abstrakten Motive noch einen konkreten geistigen und unmittelbaren religiösen Sinn. Zur Zeit des Manierismus wurde die Welt zwar als poetischer Irrgarten (fälschlicherweise aber als Labyrinth bezeichnet) Gottes empfunden. Man blieb im Unentwirrbaren stecken.
Ab 1500 entstehen vor allem profane Labyrinthe.


8. Wendung

Asien
In Zentralindien findet sich eine Felsmalerei mit Labyrinth und einer über einen Stier springende Figur, die mit 250 v.u.Z. datiert wird.
Nicht gesichert ist auch die Datierung von Steinlabyrinthen, die mit 1000 v.u.Z. angegeben werden.
In Indien entstehen ab ca. 300 v.u.Z. Labyrinthvorstellungen, die möglicherweise durch Alexander den Grossen nach Indien gebracht worden sein könnten. Um diese Zeit wird begonnen, das altindischen Epos Mahabarat schriftlich zu formulieren, dessen Endfassung mit ca. 400 n.u.Z. abgeschlossen ist. Das Labyrinth erscheint im Epos als eine Schlachtordnung in Radform, die selbst die Götter nicht durchdringen können. Möglicherweise war diese Schlachtordnung ursprünglich igelförmig, und die Labyrinthstruktur wurde erst viel später hineinprojeziert.

Cakra-vyuha, 12./13.Jh. n.u.Z. - ist die älteste Labyrinth-Darstellung, allerdings eine Abwandlung der Urform
Auch alle späteren zeigen die Struktur des Ur-Labyrinths.

Der Begriff "cakra vyuha" taucht auch in Verbindung von Türschwellenzeichnungen und geburtserleichternden magischen Praktiken ab dem 17.Jh. auf.
Von Indien kam im 8./9. Jh. n.u.Z. durch Eroberung das Labyrinth nach Afghanistan, Java und Sumatra. Das Labyrinth hat in Erzählungen Bedeutung und ist auch auf Fingerringen abgebildet, sowie auf Baumrindenblättern im Kontext mit magischen Sprüchen zu finden.
Im 18. Jh. werden Labyrinthe im Zusammenhang mit tantrischen Texten auf Manuskripte gezeichnet.

Afrika
In keiner der afrikanischen Kulturen ist das Labyrinth zu finden. Nur im Norden, im Mittelmeerraum, ist es durch das Christentum verbreitet präsent, z.B. in der römischen Basilika im algerischen El Asnam.

Amerika
Labyrinthe sind in Arizona und New Mexiko bekannt (Hopi und Navajo sowie weitere Stämme wie die Pima und Tohono O'odham) und seit Jahrhunderten schriftlich fixiert und in Stein geritzt worden.
Die Pima fügen bei ihren Labyrinthformen (Korbgeflechte) eine Figur hinzu, so wie es auch die Batak auf Sumatra tun. Diese Figur wird oft als eine "Eulenspiegelfigur" interpretiert.

Kern vermutet, daß das Labyrinth von Indien eingeführt wurde, wegen der Übereinstimmung mit indischen Geburtslabyrinthen. Oder kam das Labyrinth von Skandinavien über den Atlantik zu den IndianerInnen (so wie die Wikinger vor Columbus nach Nordamerika kamen)? Diese Frage sucht noch ihre wissenschaftlich belegte Antwort. In Nordamerika findet sich ab dem 16.Jh. ausschließlich das Ur-Labyrinth.

Seit 1970 gibt es ein starkes Interesse am Labyrinth, das sich in neuangelegten Labyrinthen im ursprünglichen und im Typ Chartres, sowie neuen Kreationen, die Labyrinthcharakter haben konkretisiert. Vor allem GeomantInnen beschäftigen sich mit dem Labyrinthbauen. Workshops werden durchgeführt mit dem Ziel, Probleme zu lösen, spirituelle Erfahrungen zu ermöglichen u.a.m..
1998 wird auf der 4. Labyrinth-Konferenz in den USA "The Labyrinth Society" gegründet.

Australien
Der erste Irrgarten wurde nach englischem Vorbild 1862 angelegt. Heute gibt es über 200 Irrgärten.
Das Labyrinth ist der traditionellen australischen Kultur nicht bekannt.


9. Wendung

In der 2. Hälfte des 18.Jh. werden in Europa viele Anlagen zerstört bzw. vernachlässigt. Um 1900 führt Sir Evans verstärkt Forschungen und Ausgrabungen in Kreta durch, weil er den Ursprung des Labyrinths dort vermutet. Doch es gibt dort keine archäologischen Labyrinth-Funde, die dies beweisen könnten.

Um 1970 beginnt das Interesse am Labyrinth und Irrgarten auch in Europa wieder in Bezug auf Rezeption, Forschung und künstlerische Produktion zu wachsen. Die Wirkmächtigkeit des Labyrinths übertrifft die Formulierungskraft der meisten Künstler. Wofür steht diese Widersetzlichkeit der Labyrinth-Figur?
1980 gründet der Engländer Jeff Saward die Labyrinth-Zeitschrift Caerdroia, die bis heute 1x jährlich erscheint. Deren Zielsetzung ist Information, Forschung und Kommunikation.
1981 wird die 1. Labyrinth-Ausstellung in Mailand von Hermann Kern (1942-1985) konzipiert und eröffnet. Dieser folgt die erste umfangreiche und wissenschaflich fundierte Publikation zum Thema, die nach wie vor als Standardwerk gilt.
1989 entsteht aus einem politisch-künstlerischen Frauenprojekt eine starke schweizer Labyrinthbewegung, die heute international agiert und mehr als 60 Labyrinthanlagen realisierte. Sie nennt sich "Öffentliche Frauenplätze international". Ziel ist, gemeinsam mit anderen einen Bewußtseinswandel herbeizuführen und ein neues Gleichgewicht zu schaffen. Mit dem Risiko und der Chance einer gewaltfreien Auseinandersetzung soll Anerkennung der Gleichwürdigkeit aller Wesen erreicht werden.

1991 wurde in GB zum Internationalen Jahr des Labyrinths ausgerufen.
1991 wurde im Juli die 1. Internationale Labyrinth-Konferenz in Saffron Walden abgehalten.
1995 fand die 1. Labyrinth-Konferenz in den USA statt.
In den USA wird das Labyrinth mit Erfolg therapeutisch an Schulen, Spitälern und Gefängnissen eingesetzt.
1995 präsentierte Stockholm eine Labyrinthausstellung.
1998
organisierte Jorgen Thordrup in Dänemark eine Labyrinthausstellung, 1999 in Norwegen.
The Labyrinth Society wird in den USA gegründet u organisiert jedes Jahr in den USA eine Labyrinth-Tagung
Im November 1999 fand die 1. Labyrinth Society Conference in Denver Colorado statt.
1999/2000 Ausstellung in St. Pölten "Die Kunst zu wandeln das labyrinth Mythos und Wirklichkeit".
2000 Juni: Fest der 2000 Frauen in Frankfurt mit Labyrinthzeremonie
2000 im Juli findet die Labyrinthkonferenz in Saffron, organisiert von Jeff Saward, statt
2001 im Nov.findet in Dornbirn die 1. Labyrinth-Fachtagung für den deutschen Sprachraum statt
2002 Mai: International Labyrinth Symposium in Glastonbury, England
Dez.: Buchpräsentation: Das Labyrinth - die Kunst zu wandeln (von Ilse Seifried): Dieses Buch umfasst als erstes Labyrinthbeiträge von
internationalen Labyrinthfachleuten unter interdisziplinärem Aspekt
2003: 2. Labyrinth-Tagung in Zürich
2005: 3. Labyrinth-Tagung in Wetzlar
Graz: Ausstellung zum Thema: Irrgärten und Labyrinthe
2008: 4. Labyrinth-Tagung in Dresden
2009: Ausstellung: Labyrinth in Schwäbisch Hall
2010: 5. Labyrinth-Tagung in Euskirchen
Labyrinth-Ausstellung in Barcelona und 2011 in Valencia
2011: 1. Dutch Maze and Labyrinth Symposium

Vorschau:
2012: 6. Internationaler Labyrinthkongress in Hofkirchen

 

 

Das Besondere
Es gibt auch Irrgärten in Kirchen !
Wo gibt es einen Irrgarten in einer Kirche?
Vorgestellt und selbst gesehen:
Bei der Tagung in den NL 2011
St. Martinskerk in Voorburg
Was macht ein Irrgarten in einer Kirche? Diese Frage ist noch nicht eindeutig geklärt ...
Auf der Kirchenwebsite, wird die Bodenarbeit als "schwieriger Lebensweg"
(Original: Op de torenvloer is in witte en zwarte tegels een doolhof aangebracht. Dit doolhof stelt de
"moeilijke" weg van het leven voor) bezeichnet.

 


Das Labyrinth ist auch Symbol

Leben o Tod o Wiedergeburt o Unendlichkeit o Verbindung zum Göttlichen o Verbindung mit Menschen o Zeugung o Geburtsweg o Lebensweg o Geburt o Verbindung weiblicher/männlicher Aspekte o Einheit der Gegensätze o Kosmische Hochzeit von Himmel und Erde o Abwehr böser Einflüsse o Schutz o Stadt

Das Labyrinth wurde/wird verwendet als/für
Amulett o Schlachtanordnung o Tätowierung o Abbildung von Himmelskörpern und deren Bewegungsspur am Himmel o Abbildung der sündigen Welt o Zeichen für Jericho o Zeichen für Salomon o Signet für Architekten

Die geselllschaftspolitisch und kulturhistorisch relevante Frage stellt sich in Anbetracht der so vehementen Wiederkehr:
Was machen wir mit dem Labyrinth? Was macht das Labyrinth mit uns?

 


Ariadnes Faden

Denn miteinander verwoben ist alles

 

In vielen Kulturen und so auch in unserer, steht das Symbol der Spindel bzw. des Fadens in Zusammenhang mit dem Schicksal.
Das Spinnen des Fadens weist Ähnlichkeiten mit den sichtbaren Bewegungen des um den Polarstern kreisenden Sternenhimmels auf. Die Spinnerin wurde daher mit dem Himmel, den Jahreszeiten und der Zeit in Verbindung gebracht.

In Nordeuropa waren vor der Christianisierung ganz andere Sternbilder bekannt als heute (die sich auf griechische und islamische Quellen beziehen) und andere als z. B. in Babylon.
Das heutige Sternbild Orion wurde früher Friggs Spinnrocken und der Polarstern Gottesnagel oder Spindel genannt.

Das Spinnen war früher eine Tätigkeit bei der genau und anschaulich das Verstreichen der Zeit in Korrelation stand mit der Menge des produzierten Materials. So wurde der Spinnfaden zum Symbol des Zeitfadens. Die griechischen Schicksalsgöttinnen Klotho, Lachesis und Atropos (vgl.: die drei Nornen Urd, Werdandi und Skuld) sitzen im Mittelpunkt der Welt, spinnen die Schicksalsfäden der Menschen und schneiden das Leben ab, wie frau einen Faden durchtrennt. Das Durchtrennen der Nabelschnur hat nicht nur physischen sondern auch symbolischen Charakter. In Zusammenhang damit steht auch die mittelalterliche Schnur-Magie. Im mittelalterlichen Italien war Frauen bei Strafe untersagt, spinnend durch die Straßen zu gehen, weil ihre Kräfte als zu gefährlich galten.

ParapsychologInnen meinen, der Faden sei die Verbindung des Körpers mit dem Astralleib bei außerkörperlichen Erfahrungen.

Schlangen haben Schnurcharakter. Uraeus wurde als Kopfschmuck von den Pharaonen so angelegt, daß das Dritte Auge berührt wurde.

Theseus hält Ariadnes Faden in Händen, durch den er wieder in die Welt (d.h. aus dem Labyrinth) zurückkehren kann. Wäre der Faden durchtrennt worden, wäre ihm der Tod gewiß gewesen.


Ist der Faden gesponnen, wird dieser auf einen Webstuhl gelegt und zu einem Gitternetz verwoben. Verschiedene Muster können entstehen.
Das Wort weben (engl. weave) ist mit jenen keltischen Ausdrücken verwandt, die sich auf Schlangenkräfte im Boden beziehen (die von RutengängerInnen entdeckt werden können). Als "Wouivre" bezeichnet es die Energievibration auf der Ebene der Materie.

Spielbretter, die eine Abbildung des gewebten Fadens sind, haben ein Gitternetz als Grundstruktur. Da gibt es auch Spielbretter mit spiralförmiger Schlangenform (Hinweise finden sich bereits 2700 v.u.Z. in Ägypten). Bestimmte Punkte sind mit Kreuzen gekennzeichnet, so 19, 44, 51, 65 und 81. Bei indischen Brettspielen dürfen an diesen Punkten die Spielsteine nicht geschlagen werden.
Beim abgebildeten Gänsespiel ist im Feld 42 ein Labyrinth eingezeichnet. Wer auf dieses Feld kommt, muß zurück auf Feld 30.

Ariadne:
Der Mythos und das Wesen dieser kretischen Göttin Ariadne sind sehr widersprüchlich überliefert worden. Politische Veränderungen im alten Griechenland spiegelten sich auch im religiösen Wandel, und die Anhängerinnen Ariadnes - die Verliererinnen bei einem der Umbrüche - sahen sich der Unterdrückung ihrer altehrwürdigen Religion ausgesetzt.

In ihrer ursprünglichen minoischen Form war Ariadne, "Die sehr Heilige", offensichtlich eine Göttin, die ausschließlich von Frauen verehrt wurde, eine Göttin der Unterwelt und der Fruchtbarkeit, zugleich eine Vegetationsgöttin, ähnlich der griechischen Persephone.

Als die Griechen kamen, bekehrten sie Ariadnes Anhängerinnen und degradierten die frühere Göttin zur sterblichen Heldin der Erzählung. Der Sieg Theseus mit Hilfe von Ariadne und der Sieg Jasons mit priesterlicher Hilfe (Goldenes Vlies) kann als Triumpf der apollinischen Sphäre über Dionysos verstanden werden.
Ariadne Die Heiligste oder Sehr fruchtbare Mutter ist die jüngere Form der kretischen Mondgöttin.

Der griechische Mythos auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zusammengefaßt:

Athen ist verpflichtet, alle 9 Jahre sieben junge Mädchen und sieben junge Burschen nach Kreta zu schicken. Theseus ist einer unter diesen. Sein Ziel ist Widerstand und Sieg über Minos. Minotaurus ist halb Stier halb Mensch und im Labyrinth gefangen gehalten. Als Held will Theseus nach Athen zurückkehren. Ariadne verliebt sich in ihn und hilft ihm durch ihren roten Faden ins Labyrinth hinein und hinauszugelangen. Gemeinsam segeln sie weg.
In einer Variation wird Ariadne auf Naxos von Theseus verlassen. Sie heiratet Dionysos, wird Anführerin der dionysischen Frauen (der Menäden), gebiert dem Gott viele Kinder und stirbt im Kindbett.
"Es ist bemerkenswert, daß die alten Griechen sterblichen Männern die Vaterschaft von Göttern oder von Helden nicht zutrauten. Daraus läßt sich schließen, daß die biologische Mutter eine große Rolle spielte und daß ein göttlicher Vater bedeutender war als der biologische."
(Larrington)
In einer anderen Variation wird sie zurückgelassen und stirbt aus Verzweiflung. Dionysos setzte ihre Krone an den Himmel. Heute wird das Sternbild Corona Borealis genannt.
Eine weitere Varinante (Ovid) erzählt, daß Theseus Ariadne auf Geheiß des Bacchus verläßt, und auch dieser verläßt später Ariadne.

Die Inhalte dieses Mythos sind kritisch zu analysieren. Patriarchale Einflüsse und Interpretationen sind offenkundig.

 


Die Kunst zu wandeln


Wie ist der labyrinthische Weg zu erkennen? Nur im Überblick. Das subjektive Empfinden kann dennoch das Gefühl sein, sich aufgrund der Desorientierung in einem Irrgarten zu befinden. Der Weg führt. Ein Schritt nach dem anderen wird gesetzt. Die Fragen des Warum und Wieso sind sinnlos. Dennoch bedarf es einer absolut radikalen Entscheidung zur Eigenverantwortlichkeit, mit allen Konsequenzen, weiterzugehen.

Was nun Gott betrifft … es kommt nicht einmal darauf an, ob er existiert oder nicht existiert. Was zählt, sind die Gefühle, die der Guru oder der Gott in uns erwecken. Beide fungieren als Stimulans und setzen in uns schlummernde Energien frei.
Der Gehorsam ist der Tod. Jeder Moment, in dem der Mensch sich einem fremden Willen unterwirft, ist ein Moment, der von einem Leben abgeschnitten wird.

Alexandra David -Neel

Die Labyrinthe stellen offensichtlich die Symbolik einer fortschreitenden Entwicklung auf dem geistigen Weg dar.

 


Anleitung zum Begehen eines Labyrinths


Ein Labyrinth kann alleine begangen werden. Die Achtsamkeit kann im Begehen selbst liegen, in der Wahrnehmung, was dabei passiert. Die Konzentration kann auch auf ein Problem gelenkt sein, das auf dem Weg vielleicht (wie von selbst) eine Lösung findet. Singen und Tanzen sind weitere Möglichkeiten.
Begehen mehrere Menschen das Labyrinth, fügen sich die Aspekte der Begegnung, Nähe und Distanz hinzu. Ein Miteinander thematisiert Gemeinschaft und Individualität.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Gemeinsam mit Gundula Thormaehlen-Friedman entwickelte ich eine Weise für zwei, die im Folgenden mit Bild und Wort beschrieben wird:

....... Beide begeben sich in das Feld 1 (den Leerraum unter dem Zentrum), wo sie Rücken an Rücken stehen
....... Diese Position interpretieren wir als Tao, den Zustand, da es nur das Eine gibt.
....... Beide machen einen Schritt nach vorne, dh. in die vierte Labyrinthbahn
....... Diese Position interpretieren wir als zur Welt kommen, in die Welt der Dualität eintauchen.
....... An Punkt 2 (oberhalb des Zentrums in vierten Gang) treffen sie sich von Angesicht zu Angesicht und gehen aneinander vorbei.
....... Geht die eine Person nun ins Zentrum des Labyrinths, so bewegt sich die andere hinaus.
....... Es gibt immer wieder Begegnungen, durch Bahnen getrennt.
....... Die Wendepunkte (W) werden von beiden gleichzeitig erreicht, wobei beide in unterschiedlichem Tempo gehen. Dadurch entsteht ein weiterer Rhythmus. An den Wendepunkten wird auch Blickkontakt miteinander aufgenommen.
....... Ein Innehalten im Mittelpunkt für die eine, ein Innehalten im Außen für die andere und dann eine Wendung.
....... Auf dem Weg zurück begegnen sie sich, und nun wird jene Person vom Außen in den Mittelpunkt geführt und jene, die bereits im Zentrum war, gelangt ins Außen.
....... Innehalten
....... Eine weitere Wendung und zurück bis in den vierten Gang, von wo aus beide gleichzeitig sich einander anblickend wieder in Feld 1 steigen.

Wir haben diese Art als wohltuend und stimmig erlebt. Verbunden sind wir immer miteinander auf der Ebene des Bodens. Körperlich und energetisch sind wir manchmal einander näher, manchmal weiter weg und manchmal im Gefühl, völlig auf sich alleine bezogen zu sein. Mit diesem Rhythmus spiegelten wir den Lebensrhythmus wider. In diesem Einklang war Friede.

 

Ausstellungen: "Die Kunst zu wandeln das labyrinth Mythos und Wirklichkeit" wurde in der Shedhalle in St. Pölten (A) vom 13. Nov.1999 - 31.1. 2000(Idee, Konzept, Umsetzung und Texte) von Ilse M. Seifried im Auftrag des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung präsentiert.

 

Literaturhinweise eine Auswahl

Brauner Christa, Play Larry, Versuch über das Labyrinth, Turia und Kant 1996
Borges Jorge Luis, Gesammelte Werke, Fischer TB 1992
Caerdroia, Englische Labyrinthzeitschrift
Candolini Gernot, Labyrinthe, Pattloch 1999
Charpentier Louis, Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres, Gaia 1997
Derlon Pierre, Die Gärten der Einweihung und andere Geheimnisse der Zigeuner, Heyne TB 1995
Dürrenmatt Friedrich, Labyrinth Stoffe 1-3, Diogenes 1990
Eco Umberto, Im Labyrinth der Vernunft, Texte über Kunst und Zeichen, Reclam 1995
Göbel Gabriele, Labyrinth der unerhörten Liebe, Fischer 1993
Gould Barbara K., "But Ariadne was never there in the first place", In: Feminist Theory 1993
Graves Ranke, Griechische Mythologie, 1994
Gruenter Undine, Vertreibung aus dem Labyrinth,Hanser 1992
Hallmann Frithof, Das Rätsel der Labyrinthe, Damböck 1994
Hofer H. G., Höhlen als frühe Observatorien, Die Entschlüsselung des Labyrinths? Jost-Jetter Verlag 1996
Jaskolski Helmut, Das Labyrinth, Kreuz Verlag 1994
Köhn Silke, Ariadne auf Naxos: Rezeption und Motivgeschichte von der Antike bis 1600, Herbert Utz Verlag 1999
Komlosy (Hrg), Spinnen - Spulen - Weben, 1991
Kern Hermann, Labyrinthe, Prestel Verlag 1982
Klein Gabriele, FrauenKörperTanz: Eine Zivilisationsgeschichte des Tanzes, Quadriga Verlag 1992
Kraft John, Die Göttin im Labyrinth, edition amalia 1997
Larrington Carolyne, Hrg, Die mythische Frau, Promedia 1997
LebensMuster, Textilien in Indonesien, Katalog, Museum für Völkerkunde in Wien, 1996
Lonegren Sig, Labyrinths, ancient myths & modern uses, Gothic Image 1996
Martens Ekkehard, Der Faden der Ariadne, Stuttgart Metzler 1991
Monaghan Patricia, Lexikon der Göttinnen, Bern 1997
Nagele-König Andrea, Ariadne und Dionysos, Versuch einer Diskontinuität des Vernünftigen, Diss. Wien
Nin Anais, Labyrinth des Minotaurus, dtv 1985
Pennick Nigel, Die Spiele der Götter, Walter Verlag 1992
Purner Jörg, Radiästhesie - ein Weg zum Licht? Mit der Wünschelrute auf der Suche nach dem Geheimnis der Kultstätten, M&T Edition Astroterra 1988
Redmond Layne, Frauen Trommeln, Sphinx 1999
Riebe Brigitte, Im Palast der blauen Delphine, Piper 1994
Scala Eva, Das Labyrinth, in: OIIP, Verlag der Kulturvermittlung Steiermark, 1996 (?)
Schaefer Signe, Das Erwachen Ariadnes, Verlag Freies Geistesleben 1987
Ilse M. Seifried: Das Labyrinth - die Kunst zu wandeln, Haymon 2002
Strobel Wolfgang, Schöpferische Psychotherapie, in: WAP 1995
Wagner-Hasel Beate, Der Faden der Ariadne und die Waffen der Amazonen, Basel 1987
Wagner-Hasel Beate, Materiarchatstheorien der Altertumswissenschaft in: Wege der Forschung, Band 651, Wiss. Guchgesellschaft Darmstadt 1992
Wiener Ethnologinnen, Verkehren der Geschlechter, 1998
Zingsem Vera, Der Himmel ist mein, die Erde ist mein - Göttinnen großer Kulturen im Wandel der Zeit, klöpfer & meyer 1995

 

Ergänzungen

a) Erhaltene historische Irrgartenpläne
Hans Vredeman de Vries, Amsterdam 1587
Lelio Pittoni, Mantua 1611
Giacomo Lauro, Rom 1612
Daniel Loris, Genf 1629
Petri Laurembergii, Frankfurt am Main 1632
Matthaeus Merian, Kassel 1650
Grabado, Verailles 1685
A. Coquart, Versailles 1712
Jean Chaufourier, Versilles 1720
Abbe Delagrive, Versailles 1746
Antoine Joseph Dezailler d'Argenville, Paris 1747
Hippolito Laur, Madrid 1870


b) Heute finden wir historische Irrgartenanlagen in (eine Auswahl)
Deutschland
* Altjesnitz: Im Gutspark - 1699 angelegt ist dieser Irrgarten der älteste noch bestehende und auch größte mit 2600m2.
* München: In der Residenz , Hofgarten
* Nordkirchen: Schlossgarten
* Schloss Mosigkau: 1756/1757, 1860 verändert, restauriert 1990
* Park Schönbusch: 1829, 1948 vergrößerte Neupflanzung
* Weimar-Belvedere: Im "Russischen Garten" , 1843

Österreich
* Schloss Schönbrunn (Wien): Nachbildung eines Teilbereichs des zerstörten Irrgartens 1999
Der Irrgarten wurde um 1720 angelegt und bis 1892 schrittweise aufgelöst. Erst am 9.9.1999 wurde nach historischem Vorbild der neue Irrgarten auf einer Gesamtfläche von 1.715 m² wiedereröffnet. Im Zentrum befindet sich eine Aussichtsplattform und zwei kraftspendende, von den Feng Shui-Meistern Jes und Julie Lim aktivierte, Harmoniesteine. Laut Feng Shui stärkt das Handauflegen auf die Steine den Energiefluss und fördert die innere Harmonie.

England
* Der älteste Irrgarten in England ist Hampton Court (London, zw. 1689 und 1695 angelegt) mit 1300m2. Er diente vielen als Vorlage.
* Woburn Abbey (Bedfordshire): um 1830
* Glendurga bei Falmouth (Cornwall): 1833
* Hatfield House (Hertfordshire): 1841
* Somerleyton Hall (Suffolk): 1846
* Chatsworth House (Derbyshire): 1962
* Lechlade Mill (Gloucestershire): 1975

Spanien
In Barcelona im Parc del Laberint d'Horta der 1792 angelegte Irrgarten zu sehen. Er ist 2160m2 groß und hat Heckenwänden aus Zypressen. Abb.
* Palacio Real La Granja de San Ildefonso (Castilla y León): rechteckiges Wirbellabyrinth (1725, restauriert 1985-1993)
* El Capricho de la Alameda de Osuna (Madrid): parallelogrammförmige Anlage (1840, zerstört 1936-1939, wiederhergestellt ab 1986)
Italien
* Valsanzíbio (Véneto): große quadratische Anlage im Garten der Villa Barbarigo (um 1688)
* Strà (Véneto): trapezförmige Anlage mit einbeschriebenem Kreis im Garten der Villa Pisani (1720/1721, heutige Form seit 1809)
Niederlande
* Kasteel Weldam (Markeloo, Overijssel): 1885/1890
*Het Oude Loo (bei Apeldoorn, Gelderland): rechteckige Anlage mit kleinteiligem Wegenetz: um 1914
* Menkemaborg (Uithuizen, Groningen): 1925
* Amstelpark (Amsterdam, Noord-Holland): kleine, trapezförmige Anlage auf einer Insel (1972)
Interessanter Weise war es ein protestantische Pfarrer (Johann Peschel), der in Thüringen viele Irrgärten entwarf und anlegte. Auch hier ist keiner mehr erhalten.


c) Zeitgenössische Irrgärten (eine Auswahl)

Österreich
* Blumengärten Hirschstetten (Wien): 2002
* Schloss Rosegg (Kärnten): 2001
* Wattens (Tirol): Swarowski Kristallwelten, 1995, Andre Heller
* Graz (Steiermark) Unterpremstätten, 2000, Dr. Kinast

Deutschland
* Kleinwelka (Sachsen): 1992
* Eibenstock (Sachsen): 2009
* Probsteierhagen (bei Kiel): ca. 1930
* Hollenbach (Bayern); 1989

England
* Herefordshire (Symins Yat): Heckenirrgarten 1981 (von Lindsay/Edward Heyes)
* Avon (Bath): Bodenmoaiak-Irrgarten 1984 (von Adrian Fisher)
* Wiltshire (Longleat House bei Warminster): Heckenirrgarten 1978/1995/1996 (von Greg Bright, Graham Burges, Randoll Coate)
* Oxfordshire (Belnheim Place bei Woodstock) Heckenirrgarten 1991 (von A. Fisher)
* Suffok (Somerleyton): Hecken-Irrgarten 1846 (von William Nesfield)
* Essex (Saffron Walden): Heckenirrgarten 1839

Frankreich
* Ribeauville (Elsass): Irrgarten im Maisfeld 2002 (von Isabelle de Beaufort/Bernhard Ramus)


Historische und zeitgenössische Labyrinthe (eine Auswahl)
Österreich
1994 wurde von Marianne Ewaldt in Salzburg das erste permanente Labyrinth in Österreich angelegt. Gab es 1998 nur 7 Labyrinthe, so sind es im Jahr 2011 bereits 88 Labyrinthe im öffentlichen Raum.
Hervorheben möchte ich das "Mattigtaler Heckenlabyrinth der Menschenrechte" (mit 64 Meter Durchmesser das größte im Land) von Norbert Knoll.

In Wien gab/gibt es folgende Labyrinthe
* von 2005 - 2008 hatte die Volksschule Rhezakgasse (Simmering) ein vom Geomant J. Volsa gelegtes Ur-Labyrinth
* Im (nicht öffentlich zugängigen) Garten des Seminar für religiöse Berufe (Hietzing) wurde in einer Gemeinschaftsarbeit 1997 eine selbstentwickelte Variante angelegt
* Am Zentralfriedhof (Simmering) wurde ein nicht begehbarer Hopi-Typ von Riccabona 1999 angelegt
* Im Kurpark Oberlaa (Favoriten) gab es von 2004-2008 ein Blumenlabyrinth, Urtyp von Seifried/Ing. Kaspar (Stadtgartenamt) angelegt
seit 2008 gibt es ein permanentes Steinlabyrinth, Ur-Typ
* Vor der Christuskirche bzw. dem Evang. Friedhof Matzleinsdorf (Favoriten) gibt es ein Labyrinth Typ Chartres seit 2006
* Vor der Volksschule Lernwerkstatt Brigittenau (Brigittenau) befindet sich seit 2008 ein von H. Peter (Vater einer Schülerin) angelegtes 5-gängiges Labyrinth

Deutschland
* Hannover (Niedersachsen), Stadtwald Eilenriede: Das Rad in der Eilenriede (seit 1932 an diesem Ort), Typ baltisches Rad mit 11 Umgängen sowie zwei Eingängen
* Graitschen (Thüringen): Schwedenhieb, Typ klassisches (Rasen-) Labyrinth mit 11 Umgängen
* Steigra (Sachsen-Anhalt): Schwedenring, Typ klassisches (Rasen-) Labyrinth mit 11 Umgängen
* Kaufbeuren (Bayern), Jordanpark: Wunderkreis, Typ baltisches Rad mit 11 Umgängen, 2002 gebaut in Anlehnung an den bis 1936 an anderer Stelle existierenden Wunderkreis
(Anmerkungen: Kaufbeuren kann zu den historischen gezählt werden (nach Aussage von Jeff Saward). Alle deutschen Labyrinthe haben einen "Eigennamen".)
Die Übersicht zeigt um die 120 begehbaren zeitgenössischen Labyrinthe
siehe: www.begehbare-labyrinthe.de

Schweiz
Hier sind keine historischen Labyrinthe zu finden:
Die Übersicht zeigt um die 65 zeitgenössische begehbare Labyrinthe
siehe http://www.labyrinth-international.org

England
Dalby, North Yorkshire, 1860 ?
Alkborough, Lincolnshire, 1690 ?
Wing, Rutland, 1634 neu und verändert restauriert
Somerton, Oxfordshire, 17. Jh.
Hilton, Cambridgeshire, 1660
Saffron Walden, Essex 1699 (ist das größte mit ca. 40m)
Winchester, Hampshire, 17. Jh. (davor gab es auch eines)
Breamore, Hampshire, 1783

Schweden
* Västergötland (Ulmekärr): Trojaburg (Entstehungsdaten unbekannt)
* Göteborg (auf dem Storeberg): Trojaburg (Entstehungsdaten unbekannt)

 

Eine Labyrinth-Buchauswahl sowie Literaturnachweis
nach Erscheinungsjahr gelistet

William Henry Matthews: Mazes and labyrinths, London 1922
Seonaid M. Robertson: Rosegarden and Labyrinth, Routledge & Kegan, London, 1963
Michael Ayrton: The Maze Maker, Longmans, London, 1967
Michael Ayrton: Ich erbaute das Labyrinth, Fischer 1970
Anne G. Ward: The Quest for Theseus, Pall Mall Press, London, 1970
Jill Purce: The Mystic Spiral - Journey of the Soul, Thames & Hudson, London, 1974
Stone Merlin: Als Gott eine Frau war, Goldmann Verlag 1976 und 1988
BIRKHAN, Helmuth: Laborintus - labor intus : Zum Symbolwert des Labyrinths im
Mittelalter. in: MITSCHA-MARHEIM, Herbert; FRIESINGER, Herwig; KERCHLER, Helga (Hrsg.): Festschrift für Richard Pittioni zum siebzigsten Geburtstag. Wien : Franz Deuticke 1976 (Archaeologia Austriaca, Beiheft 14) Bd. 2.
Hermann Kern: Labyrinthe. Erscheinungsformen und Deutungen. Prestel 1982
Nin Anais, Labyrinth des Minotaurus, dtv 1985
Schaefer Signe, Das Erwachen Ariadnes, Verlag Freies Geistesleben 1987
Wagner-Hasel Beate, Der Faden der Ariadne und die Waffen der Amazonen, Basel 1987
FAVIER, Jean: Das Universum von Chartres: Die Kathedrale von Notre-Dame / GEMMINGEN, Hubertus v. (Übers.). Stuttgart : Kohlhammer 1989.
Adrian Fisher, Georg Gerster: The Art of the Maze, London 1990
Umberto Eco: Im Labyrinth der Vernunft, Reclam 1990
Dürrenmatt Friedrich, Labyrinth Stoffe 1-3, Diogenes 1990
Adrian Fisher & Georg Gerster: The Art of the Maze, Weidenfeld & Nicolson, London, 1990
Nigel Pennick: Mazes and Labyrinths, Robert Hale, London, 1990
Penelope Reed Doob: The Idea of the Labyrinth from Classical Antiquity through the Middle Ages, Cornell University Press, Ithaca, NY, 1990
Alex Champion: Earth Mazes, Self published1990
Sig Lonegren: Labyrinths, Ancient Myths & Modern Uses, Gothic Publ. 1991
Martens Ekkehard, Der Faden der Ariadne, Stuttgart Metzler 1991
Michel Foucault, Der Ariadnefaden ist gerissen, in: Aisthesis. Wahrnehmung heute, Hrg.: K. Barck u. a. , Leipzig 1991
Komlosy (Hrg), Spinnen - Spulen - Weben, 1991
Pennick Nigel, Die Spiele der Götter, Walter Verlag 1992
Borges Jorge Luis, Gesammelte Werke, Fischer TB 1992
Gruenter Undine, Vertreibung aus dem Labyrinth, Hanser 1992
Jan Mark: The Snow Maze, Walker Books, London, 1992
Wagner-Hasel Beate, Materiarchatstheorien der Altertumswissenschaft in: Wege der Forschung, Band 651, Wiss. Guchgesellschaft Darmstadt 1992
Göbel Gabriele, Labyrinth der unerhörten Liebe, Fischer 1993
Gould Barbara K., "But Ariadne was never there in the first place", In: Feminist Theory 1993
Helmut Jaskolski: Das Labyrinth, 1994Kreuz
Graves Ranke, Griechische Mythologie, 1994
Riebe Brigitte, Im Palast der blauen Delphine, Piper 1994
Hallmann Frithof, Das Rätsel der Labyrinthe, Damböck 1994
Lauren Artress: Walking a sacred path, Riverhead Books , New York 1995
Eco Umberto, Im Labyrinth der Vernunft, Texte über Kunst und Zeichen, Reclam 1995
Zingsem Vera, Der Himmel ist mein, die Erde ist mein, klöpfer & meyer 1995
Morgenroth, Hannelore: Den roten Faden finden : Auswege aus dem
Labyrinth unseres Lebens. München : Kösel 1995.
Brauner Christa, Play Larry, Versuch über das Labyrinth, Turia und Kant 1996
Scala Eva, Das Labyrinth, in: OIIP, Verlag der Kulturvermittlung Steiermark, 1996
Hofer H. G., Höhlen als frühe Observatorien, Die Entschlüsselung des Labyrinths? Jost-Jetter 1996
LebensMuster Textilien in Indonesien, Katalog, Museum für Völkerkunde in Wien, 1996
John Kraft: Die Göttin im Labyrinth, Amalia 1997
Monaghan Patricia, Lexikon der Göttinnen, Bern 1997
Charpentier Louis, Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres, Gaia 1997
Carol Shields: Larry's Party, Fourth Estate, London, 1997
Larrington Carolyne, Hrg, Die mythische Frau, Promedia 1997
Schäfer Irmtraud, in: Leidenschaft und Rituale, Hrg.: Helga Egner, Walter Verlag 1997
Brinna Otto: König Minos und sein Volk, Artemis & Winkler 1997
Adrian Fisher, Howard Loxton: Geheimnis des Labyrinths, AT Verlag 1998
Gernot Candolini: Das geheimnisvolle Labyrinth, Pattloch 1999
Köhn Silke, Ariadne auf Naxos: Rezeption und Motivgeschichte von der Antike bis 1600, Herbert Utz 1999
Robert Field: Mazes: Ancient & Modern, Tarquin Publications 1999
Wulf Becker-Glauch: Das Labyrinth als Symbol für die künstlerische Therapie, Paroli Verlag 1999
Göttner-Abendroth Heide, Für Brigida - Göttin der Inspiration, 1999
Otto Betz: Labyrinth des Lebens, Freiburg 1999
Jacques Attali: Wege durch das Labyrinth, Europ. Verlagsanstalt 1999
Jill Kimberly: Praying the Labyrinth: A Journal for Spiritual Exploration, Pilgrim Pr, 1999
Marion und Werner Küstenmacher: Neue Wege finden Labyrinthe, Ludwig 2000
Helen Curry: The Way of the Labyrinth, Penguin Compass 2000
Jill Kimberly Hartwell Geoffrion: Praying the Labyrinth / Living the Labyrinth, Pilgrim Press, Cleveland, Ohio 2000
Liz Simpson: Finding Fulfilment, Piatkus, London, 2000
Helen Raphael Sands: Labyrinth: Pathway to Meditation and Healing, Gaia Books, London, 2000
Melissa Gayle West: Exploring the Labyrinth: A Guide for Healing and Spiritual Growth, Broadway Books, 2000
Hutzl-Ronge Barbara, Feuergöttinnen, Sonnenheilige, Lichtfrauen; Frauenoffensive 2000
Gernot Candolini: Im Labyrinth sich selbst entdecken, Herder 2001
Uwe Wolff: Reise ins Labyrinth, Herder 2001
Craig Wright: The Maze and the Warrior, Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts, 2001
Schrott Raoul, Gilgamesch, Hanser 2001
Virginia Westbury: Labyrinths - Ancient Paths of Wisdom and Peace, Lansdowne Publishing, Sydney, Australia, 2001
Sig Lonegren: Labyrinths: Ancient Myths & Modern Uses, Sterling Publishing, NY 2001
Eveline Weiss: Das Labyrinth - ein Hoffnungssymbol, Dipl. Arbeit, Uni Wien 2002
Ilse M. Seifried: Das Labyrinth - die Kunst zu wandeln, Haymon 2002
Kimberly Lowelle Saward: Ariadne's Thread - Legends of the Labyrinth, Labyrinthos,, England, 2002
Steven Sherril: The Minotaur Takes a Cigarette Break, Picador, New York, 2002
Campo, Astrid: Im Labyrinth des Minos : Vom Mythos der Menschenopfer ,Wien: Kulturverband Favoriten 2002
Jeff Saward: Das große Buch der Labyrinthe und Irrgärten, AT Verlag 2003
Jürgen Hohmuth : Labyrinthe & Irrgärten, Frederking & Thaler Verlag, München 2003
Jeff Saward: Labyrinths & Mazes - The Definitive Guide, Gaia Books, London, 2003
Gernot Candolini: Die Faszination der Labyrinthe, Das Praxisbuch, Kösel 2004
Uwe Wolff / Jürgen Hohmuth: Labyrinthe, Pilgerwege der Seele, Kreuz 2004
Gael Hancock: 108 Ways to Use Labyrinths in Schools, Labyrinthos, England, 2004
Zoltán Ludwig Kruse: Labyrinthos Wortkernschichtung, Eigenausgabe 2005
Monika Fröschl: Die heilende Kraft des Labyrinths, Don Bosco 2005
Heidi Gisler-Brun: BergWasser Labyrinth - Gabe des Herzens, Eigenausgabe 2005
Gailand MacQueen: The Spirituality of Mazes & Labyrinths, Northstone Publishing, Kelowna, BC, Canada, 2005
Gailand Macqueen: The Spirituality of Mazes and Labyrinths, Northstone Pub, 2005
Uwe Wolff / Jürgen Hohmuth: Alles über Labyrinthe und Irrgärten, Gabriel 2006
Adrian Fisher: The Amazing Book of Mazes, Thames & Hudson, London, 2006
H. R. Brittnacher: Labyrinth und Spiel, Wallstein 2007
Hans Richard Brittnacher: Labyrinth und Spiel, Wallenstein 2007
Brittnacher / Janz (Hrg.): Labyrinth und Spiel, Wallstein Verlag 2007
Fons Schaefers, Anne Mieke Backer: Doolhoven en labyrinten in Nederland. De Hef, Rotterdam 2007
"Und Plötzlich die Tür", Die besten Labyrinth-Kurzgeschichten Hrg. von den Organisatorinnen des 4. Labyrinthkongresses in Dresden 2008
Rebekka Reinhard, "Odysseus oder Die Kunst des Irrens, Ludwig Verlag 2010
Kathrin Passig / Aleks Scholz: Verirren, Rowohlt, Berlin 2010
Susanne Titz und Clemens Krümmel (Hg.): Robert Morris, JRP 2010
J. Hohmuth, R. Reschika: Inseln für die Seele- Die Mystik der Labyrinthe, Gütersloh 2010

 

Zeitschrift
Caerdroia (Hrg.: Jeff und Kimberly Saward:, The Journal of Mazes & Labyrinths (seit 1980 bis 2011 gibt es 40 Ausgaben): Bestelladresse: Labyrinthos, 53 Thundersley Grove, Thundersley, Essex SS7 3EB, England, UK.


Websites & Blogs (eine Auswahl)
Deutschsprachige
Österreich
Ilse Seifried mit labyrinthischem Österreich Überblick
http://www.das-labyrinth.at/
Gernot Candolini http://www.labyrinthe.at/
Diana Reitenbach http://www.diana-reitenbach.at
Martha Kerschhofer http://www.artvillage.at/martha_th.kerschhofer
Marianne Ewaldt http://www.marianne-ewaldt.at/
Siegfried Holzbauer http://www.advancedpoetx.com/
Ernst Steiner http://www.ernststeiner.at/
Josef Volsa http://www.volsa.com/at/
Elisabeth von Samsonow http://pages.akbild.ac.at/anthropologie/Samsonow/Texte/labyrinth.html
Lichterlabyrinthe Salzburg http://www.lichterlabyrinth.at/
Labyrinthgemeinde Hofkirchen http://www.labyrinthe-hofkirchen.at/

Deutschland
Silke Wolf und Werner Kaufmann mit labyrinthischem Überblick Deutschland http://www.begehbare-labyrinthe.de
Erwin Reissmann http://www.mymaze.de/ und http://www.blog.mymaze.de/
sowie http://blogmymaze.wordpress.com (englische) und http://bloggermymaze.wordpress.com (deutsche)
Li Shalima http://lishalima.twoday.net/
Alexander Lautenbach http://symbolkeramik.de/
Peter Baumann http://www.der-stein-fluesterer.de/
http://elsesmaze.wordpress.com/?s=labyrinth
Beatrice Grimm http://www.beatrice-grimm.de/
Frauen Gedenk Labyrinth http://www.labyrinth-muster.ch/
Rafale Schmakovski http://www.rafaela-schmakowski.de/
Eichfelder http://www.eichfelder.de/kulte/labyrint/labyrint.html
Voré http://www.vore1.de
Lars O. Heintel http://www.irrgartenwelt.de/
Gudrun Dormann http://www.labyrinth-moorlicht.de
Brigitta Thiele und Team: http://www.5-stern.de/glos/5st-laby.html
Franz Millers http://www.alzheimerforum.de/3/1/3/bewegungsraum.html
Holzkugellabyrinthe http://www.tritonus.biz/


Schweiz
Labyrinth International http://www.labyrinth-international.org/
Labyrinthplatz Zürich http://www.labyrinthplatz.ch/
Andreas Frei http://www.labyrinth-muster.ch/
Heidi Gisler-Brun http://www.8ung.at/heilabsuudaa/Labyrinthe.htm
Die Kantonsschule Züricher Unterland listet einen Überblick aller historischer Labyrinthe in der Schweiz auf: http://www.kzu.ch/fach/as/gallerie/myth/theseus/theseus.htm

div. andere
Italien
Zoltan Ludwig Kruse http://www.laberintes.de/
Toni Pecoraro http://www.tonipecoraro.it/
Labyrinthgarten Tscherms http://www.labyrinth.bz/de/labyrinthgarten/lageplan.asp


Ungarn
Kukorica útveszt? http://www.utveszto.hu/index.html


Niederlande

Stichting Doolhof en Labyrint http://www.doolhoven.nl/
Selma Sevenhuijsen http://www.labyrintwerk.nl/

Englischsprachige
USA
The Labyrinth Society (USA) http://www.labyrinthsociety.org
Labyrinthplätze weltweit: http://labyrinthlocator.com/
Lauren Artress http://www.laurenartress.com
Veriditas http://veriditas.org/
Robert Ferre http://www.labyrinthproject.com/
Alex Champion http://www.sacred-land-photography.com/Champion.html
Jean Houston http://www.jeanhouston.com/
Gail Sheehy http://www.aarp.org und http://www.gailsheehy.com/


GB
Sig Lonegren http://www.geomancy.org/#labyrinths/index.php
Jeff Saward / Caerdroia http://www.labyrinthos.net/caerdroia.html
Kimberly Saward http://ariadnesthread.wordpress.com/
Adrian Fisher http://www.adrianfisherdesign.com
Maislabyrinthe http://www.maizemaze.org.uk/
Toni Christi http://www.labyrinthireland.com/irish.html

Südafrika
Clare (Cawood) Wilson http://reconciliationlabyrinth.withtank.com/gallery/
Terry de Vries http://www.rainbow-labyrinths.co.za/about/south_africa.html
Australien
Cedar Prest http://www.labyrinthlinkaustralia.org/labyrinth_directory.htm
Neuseeland
Avocado Haus http://www.avocahouse.com/walk-labyrinth-world-peace.htm

Weitere zum Thema passende
Kommission für antike Literatur & lateinische Tradition: http://www.oeaw.ac.at/kal/

Buchauswahl zum Thema Wissenschaft, Wirtschaft und Frieden - nach Erscheinungsjahr gelistet
Erwin Schrödinger: Die Natur und die Griechen, Zsolnay 1959
Edgar Zilsel: Die sozialen Ursprünge der neuzeitlichen Wissenschaft, Suhrkamp 1976
Reiner Steinweg: Friedensanalysen. Für Theorie und Praxis. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1976-1999 (24 Bde.)
Karin Knorr Cetina: Wissenskulturen. Ein Vergleich naturwissenschaftlicher Wissensformen, Suhrkamp 1985
Elisabeth List: Denkverhältnisse, Suhrkamp 1993
Reiner Steinweg: Stadt ohne Gewalt. Verminderung, Vermeidung, Vorbeugung. Die Grazer Vorschläge. Agenda-Verlag, Münster 1994
Osterhammel Jürgen: Kolonialismus: Geschichte, Formen, Folgen. Verlag Beck, München 1995.
Michael Hartmann: Topmanager - Die Rekrutierung einer Elite. Frankfurt/Main 1996
Helga Peskoller, Bergdenken, Eichbauer 1998
Raymond Geuss: Privatheit. Eine Genealogie, Frankfurt am Main 2002
Richard van Dülmen, Sina Rauschenbach (Hg.), "Macht des Wissens, böhlau 2004
Jean Ziegler: Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher, Goldmann TB 2005
Varela, María do Mar Castro, Dhawan Nikita: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung. transcript-Verlag 2005
Hans Weiss u Ernst Schmiederer: Asoziale Marktwirtschaft - Insider aus Politik und Wirtschaft enthüllen, wie die Konzerne den Staat ausplündern, KiWi TB 2006
Andreas Eckert: Kolonialismus. Fischer-Verlag, 2006.
Elisabeth List: vom Darstellen zum Herstellen, Velbrück Wiss. 2007
Oberhummer Heinz, Kann das alles Zufall sein, Ecowin 2008
Schmutzer Manfred E. A.: Die Geburt der Wissenschaften, Velbrück 2011
ÖH Wien (Hrg.): "Wessen Bildung? Beiträge und Positionen zur bildungspolitischen Debatte" 2011
Walter Otto Ötsch, Katrin Hirte, Jürgen Nordmann (Hg.): Gesellschaft! Welche Gesellschaft? Nachdenken über eine sich wandelnde Gesellschaft, Metropolis-Verlag Marburg 2011

Websites- Auswahl zum Thema Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und Frieden
http://www.aspr.ac.at/aspr/
www.attac.com
www.nachdenkseiten.de
http://webarchiv.bundestag.de/archive/2010/0824/dasparlament/2004/10/Beilage/003.html
http://www.oeaw.ac.at/kmi/Bilder/kmi_WP10.pdf
http://www.icae.at/wp/
http://www.jubileedebtcampaign.org.uk/
http://www.alternative-wirtschaftspolitik.de/wer_wir_sind/index.html
http://www.oxfam.de/
http://www.globalexchange.org/
http://www.solidarische-oekonomie.de/
http://www2.alternative-wirtschaftspolitik.de/uploads/quaisser_vorfahrt_fuer_bildung_september_2010.ppt.pdf
http://www.europarl.europa.eu/charter/default_de.htm
http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/


Zum Thema: Kranich
Wolfang Mewes, Günter Nowald, Hartwig Prange; Kraniche - Mythen, Forschung, Fakten, G. Braun Buchverlag Karlsruhe 1999, ISBN 3-7650-8195-7
Claus-Peter Lieckfeld, Veronika Straaß: Myhtos Vogel, München 2002
Carl-Albrecht von Treuenfels; Kraniche - Vögel des Glücks, Verlag Rasch und Röhring Hamburg 1998
Carl-Albrecht von Treuenfels: Zauber der Kraniche. Knesebeck, 2005
Astrid Schillings, Petra Hinterthür: Qi Gong. Der fliegende Kranich.
(Das heutige Kranich Qigong wurde in den 1960er Jahren entwickelt, aufbauend auf den Tierübungen ("Spiel der fünf Tiere") des Arztes Hua Tuo aus dem dritten Jahrhundert. Als Begründer des Kranich Qigong gelten Pang Heming und Zhao Jinxiang.)
Hartwig Prange, Der Graue Kranich, Wittenberg 1989
www.Kraniche.de
www.fotonatur.de
http://www.wwf.de/imperia/md/content/projektblaetter/_Projektblatt_Kranich_1204.pdf
http://www.my-event-horizon.de/index.php?act=viewChapter&chapterID=2757
http://www.mdr.de/tiere/1000904.html
http://innere-kraft-64.de/kranich_qigong.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Kraniche
http://chrocodiles.blogspot.com/2011/05/15-worlds-largest-labyrinths.html Reignac-sur-Indre


Musikalische Bezüge :
Franz Schubert: "Winterreise" aus "Liederzyklus" für Singstimme und Klavier D 911 op. 89
"Der Wegweiser"
Pietro Antonio Locatelli: Caprice für Violine und Klavier, "Le Labyrinthe Harmonious labyrinth"
Randall Meyers:"Labyrinth for piano solo"
Marin Marais: "Le Labyrinthe" für Viola da gamba und Theorbe aus "Pièces de violes, quatrième livre"
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 47 G-Dur, 3. Satz Menuet al Roverso. Trio al Roverso
Hans Werner Henze: "Labyrinth", Ballett für Perkussioninstrumente aus "Tanzstunden",
Georg Friedrich Händel: "Qui ti sfido, o mostro infame", Arie des Theseus aus der Oper "Arianna in Creta"
Peter Horton: Ariadne und Theseus.
Albert Roussel: Bacchus et Ariane, Suite Nr. 1 op. 43, The labyrinth dance
Georg Anton Benda: Ariadne auf Naxos
Richard Strauss: "Ach! Wo war ich? Tot?" aus "Ariadne auf Naxos"
Pietro Antonio Locatelli: Violinkonzert Es-Dur op. 7 Nr. 6 , "Il Pianto d'Arianna"
Claudio Monteverdi: Lamento d'Arianna
Claudio Monteverdi: "Iam moriar, mi fili", (geistliche Kontrafaktur des Lamento d?Arianna)
Henry Purcell: "In the midst of life we are in death" aus den "Funeral Sentences"
Paul Giger : "Labyrinth" aus "Chartres" für Violine solo
Peter Warlock: "The lover?s maze"
Johann Sebastian Bach (Johann David Heinichen?): "Kleines harmonisches Labyrinth"
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956
Guillaume de Machaut: Ma fin est mon commencement
Rudolf Hindemith: "Spiegel im Spiegel - Hin und zurück"
Sowie: Berndt Luef Jazztett Forum Graz : CD: Labyrinthe, 2011

siehe auch Artikel für Caerdroia 2005

 

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