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Textauszüge aus dem Ausstellungs-Katalog
Die Kunst zu wandeln
das labyrinth
Mythos und Wirklichkeit
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Von labyrinth-ähnlichen Formen
2. Vom Labyrinth selbst
3. Gedanken zum Labyrinth
4. Vom Ursprung des Labyrinths
5. Das Labyrinth und seine Wendepunkte in der Geschichte
6. Das Labyrinth ist auch Symbol
7. Ariadnes Faden
8. Das Labyrinth in interdisziplinären Bereichen
9. Die Kunst zu wandeln
10. Anleitung zum Begehen eines Labyrinths
11. Literaturhinweise
Einleitung
Das Wort Labyrinth schwirrt in Raum und Zeit und doch meinen viele, die es verwenden,
einen Irrgarten.
Ist ein Irrgarten kein Labyrinth? Ist ein Labyrinth kein Irrgarten?
Wenn wir wüßten, daß die Welt ein Labyrinth ist, dann
wüßten wir, daß es ein Zentrum gibt. Egal ob dort etwas Schreckliches
wie der Minotaurus oder etwas Göttliches wohnt. Aber es gäbe ein Zentrum.
Wenn wir hingegen annehmen, daß die Welt Chaos sei, dann wären wir
wirklich verloren.
Jorge Luis Borges
Die Kunst zu wandeln
meint zum einen die Veränderung der Form des Ur-Labyrinths in der Kunst
und Kulturgeschichte und zum anderen die Kunst, es zu begehen, es zu wandeln;
vielleicht dabei auch sich zu wandeln, wandeln zu lassen.
Mythos und Wirklichkeit
hinterfragt unsere Kultur und Kulturgeschichte. Das Labyrinth selbst ist ein
Mythos. Es ist eng verbunden mit dem Mythos von Ariadne und Theseus. Was ist
Wirklichkeit?
Die Zeit nimmt in der Vorstellung der westlichen Kultur eine Wendung ins 3. Jahrtausend. Kommunikations- und Beziehungs-Strukturen befinden sich im Prozeß einer Wende (Internet, virtuelle Welt). Das Alltagsleben bringt immer wieder Wendepunkte. Neu/Orientierung ist gesucht und gefragt. Der Weg im Labyrinth nimmt viele Wendungen. Das gegenwärtig große Interesse in Europa und den USA am Labyrinth ist wohl Ausdruck dieser Zeitenwende.
Wir warten auf Wunder
das Wunder wartet auf uns.
Rose Ausländer
Es bieten sich viele Wege an, dem Labyrinth näherzukommen, sich mit diesem
auseinanderzusetzen: Archäologische Objekte, Mythen, Geschichtstexte, bildende
Kunst, Literatur, Musik, neue Technologien und natürlich die körperlich
sinnliche Labyrintherfahrung selbst.
Die Ausstellung, zu der diese Publikation erscheint, bietet nicht nur einen
Überblick und Antworten. Es werden sowohl alte und neue Fragen gestellt
als auch aktuelle Forschungsergebnisse und Hypothesen angeboten.
Wir werden nicht aufhören zu erkunden,
Und das Ende all unserer Erkundungen
Wird die Ankunft an der Stelle sein,
Wo wir begannen,
Und wir werden sie zum erstenmal erkennen.
T. S. Eliot
Von labyrinth-ähnlichen Formen
Spiral-Formen finden sich in der Natur bei Schnecken, Muscheln, Farnen, Wasser-
und Luftwirbel, im Zellkern der roten Blutkörperchen. Die Mehrheit der
Galaxien ist spiralig strukturiert u.a.m..
Die Spirale ist eines der ältesten Ewigkeitssymbole. Sie ist kein Symbol
für Absolutes, denn sie ist kein Ganzes, da sie ihrer Natur nach niemals
abgeschlossen sein kann.
Mäander, ebenfalls eine Form der Natur abgeschaut, wie z.B. der Weg von
Flußläufen, können sich als endlose Bänder auf Keramiken
oder Wohnwänden u.a. ziehen. Auch die Struktur des Gehirns mit seinen verschlungenen
Wegen erinnert an das Labyrinth, doch ist es nur eine ähnliche Form.
Kreis, Einfach- Doppel- Dreifach- und Vierfachspirale sowie die liegende Acht, auch Unendlichkeitsschleife genannt, finden sich weltweit bereits als Felsritzungen aus prähistorischer Zeit und später auf Keramiken.
Das Labyrinth ist ein von Menschen geschaffenes Kulturgut, das nicht allen Kulturen zu eigen ist.
#
Vom Labyrinth selbst
Dem Labyrinth im eigentlichen Sinn liegen folgende Kriterien des Formprinzips
zugrunde:
....... Es gibt eine äußere Begrenzungslinie, die nur eine Öffnung besitzt.
....... Die Figur kann (gedanklich oder körperlich) zwischen den Linien abgeschritten werden.
....... Der Weg ist kreuzungsfrei, d.h. er bietet keine Wahlmöglichkeit, wechselt immer wieder pendelnd die Richtung.
....... Mit einem Maximum an Umweg wird der Innenraum ausgefüllt. Der Weg führt wiederholt sehr nah am Zentrum vorbei und mündet schließlich ausweglos und sackgassenartig in ein Zentrum.
....... Nur durch eine Wendung, also einen Bogen machend, kann der Weg fortgesetzt werden. Er ist der einzige Weg, der Ausweg ist, der Weg, der wieder hinausführt.
....... Denselben Weg zurückgehend wird dieser diesmal vorschauend erfahren.
....... Der Mittelpunkt des Labyrinths ist nicht das geometrische Zentrum.
....... Das Zentrum ist ein leerer Raum.
Gedanken zum Labyrinth
Das Wort wios (Umschrift) mit der Betonung auf dem i steht für Leben und
hat eine griechische Sprachwurzel. Das Wort wios (Umschrift) mit der Betonung
auf dem o steht für Bogen und hat seinen Ursprung im Sanskrit. Für
mich gibt es eine Verbindung zwischen Leben und Bogen, ob als Lebensbogen, Schießbogen,
einem Bogen einer archaischen Lyra, der klingt. Klang als Synonym für Leben.
Leben ist Musik. Aus Bögen besteht das Labyrinth. Sie rhythmisieren den
Weg, das sich immer wieder wendende Leben.
Das Labyrinth entspricht diesem Charakter: Es führt nicht der kürzeste
Weg von G nach M. Die Verzögerung, den Mittelpunkt zu erreichen, ergibt
sich durch den maximalen Umweg im vorgegebenen Raum, der aus Bögen strukturiert
ist.
Die Qualität des Umweges steht als Gegenpol zur Geradlinigkeit. Dazu läßt sich assoziieren: Sich geradlinig bewegen, rechtmäßig, die Richtung rechts, korrekt, Regierung, Ordnung, Richter, Regent, Regime, Regel und Recht.
All diese Worte und damit die Geradlinigkeit stehen in engstem Zusammenhang
mit Herrschaft. Die geraden Wege des Patriarchats haben sich nicht nur für
Frauen als Sackgasse und Irrwege erwiesen.
Somit kann anhand des Labyrinths und seiner Geschichte gesellschaftspolitische
Veränderung analysiert und aufgezeigt werden.
Einen Labyrinthweg gehen heißt aus der gewohnten Bahn geführt werden. Der Labyrinthweg bringt Irritation, bringt Wendungen, Staunen, neue Bewegungs- und Lebensformen, ein neues Lebensgefühl, eine neue Qualität.
Ins Zentrum gelangen, heißt zur Mitte, heißt zur Balance kommen, zum Gleichgewicht. Aus dem Rhythmus fallen ist notwendig, sonst würde das Gleichgewicht Starre werden. Bewegung, ohne Wertung: hineingehen, hinausgehen. So wie: einatmen, ausatmen. Beide bedingen einander. Das Eine ist nicht ohne das Andere.
Moral wertet, wertet das Hinausfallen als Fehler, als schlecht. Moral entsteht aus gesellschaftlichen Strukturen und ist ein kultureller Prozeß. Mit unserem Bewußtsein schaffen wir die Welt. Im Labyrinth kann kein Fehler gemacht werden, außer dem, den Weg nicht weiterzugehen.
Im Laufe der Jahrhunderte fand ein Übergang von einer bildgebundenen zu einer begrifflich orientierten Informationsstruktur statt. Dies läßt sich gut an Alexander dem Großen zeigen. Er löst nicht das Rätsel des Gordischen Knotens, in dem Weisheit liegt sondern greift zum Schwert und durchtrennt ihn.
Das Bild bzw. die Metapher des Kampfes, hat der Qualität des Rätsels Platz gemacht. Mit diesem Wandel beginnt sich auch die Bedeutung des Mythos zu verändern. Der menschliche Intellekt wurde immer mehr zum bestimmenden Kriterium in der Auseinandersetzung um die Weisheit. Für diese kann der Kampf nur tödlich enden. Weise Frauen und Männer stellen sich weiterhin dem Rätsel als der größten aller Herausforderungen.
Der Übergang von der Verwendung der Runen zur Weissagung, für intuitive
Vorgänge bzw. Entscheidungsprozesse zu ihrer Verwendung als Alphabet, markiert
einen Wendepunkt in der Nutzung der Gehirnhälften, von der rechten zur
linken, von der intuitiven zur analytischen Seite.
Diese Tatsache steht in direktem Zusammenhang mit dem Labyrinth, das von seiner
Gestalt viele BetrachterInnen mit dem menschlichen Gehirn assoziieren. Der Weg
des Labyrinths pendelt von links nach rechts und wieder zurück. Das Gehen
durch ein Labyrinth läßt die WandlerInnen sich wenden.
Eine wissenschaftliche Untersuchung steht noch aus, welche Hirnareale auf welche
Weise durch das Labyrinth aktiviert werden, doch Zusammenhänge werden vermutet.
Daß das Labyrinth wirkt, etwas bewirkt und zwar eindeutig etwas anderes,
als ginge man eine gerade Straße entlang, das berichten alle, die es einmal
abgingen.
Am Beginn der Geschichte wurde menschliches Wissen in den Sand geschrieben, in die Erde gezeichnet.
Diese ursprüngliche Bindung der spirituellen Symbolik an die Materie,
die Einschreibung der Zeichen in das Element des Irdischen rückt ihre Bedeutung
in die Ferne, in ein fremdes Raum-Zeit-Gefüge.
Cathrin Pichler
Es ist ja nichts falsch an der Logik. Ebensowenig verlange ich von der
Philosophie, daß sie wissenschaftliche Beweisführung kritisieren
soll. Falsch ist es aber, Logik und wissenschaftliches Denken auf das menschliche
Leben zu übertragen.
Hans-Georg Gadamer
Yin-Yang stellt den Ausgleich dar, die Balance, die Einheit der Gegensätze. Ein Moment. Im Bild. Das Labyrinth tut es ebenso und bietet obendrein noch die bewegte Erfahrung durch Begehen.
An die Grenzen des Verstehens, damit an die Grenzen des Verstandes zu kommen, hat etwas schmerzhaft Beängstigendes an sich, weil die vollständige Hingabe gefordert ist. Hingabe erfordert Radikalität, die über jede Grenze hinausgeht. Sie ist die Freiheit, die keinen Halt mehr kennt und deren Konsequenz das Wunder(n) ist - einzig beruhend im Vertrauen auf die Eine Kraft. Das Leben kann nicht verstanden, es muß gelebt und geliebt werden.
Vom Ursprung des Labyrinths
Welchen Ursprung und welche Bedeutung das Labyrinth hat, darüber rätseln
viele. Dabei am Schreibtisch sitzend, rätselt sich anders als das Labyrinth
begehend. Die Fragen rücken dann in den Hintergrund, weil die gegenwärtige
Erfahrung des Wandelns im Labyrinth im Vordergrund ist.
Stammt dein Wissen ums Feuer nur vom Hörensagen, dann sieh zu, vom
Feuer gekocht zu werden, es gibt keine andere Gewißheit, ehe du nicht
brennst.
Jelal-uddin Rumi
Hermann Kern stellte die These auf, die besagt, daß der Ursprung des Labyrinths
im Tanz liegt. Die Vorstellung des Labyrinths als architektonischer Bau geistert
zwar seit Jahrhunderten in vielen Köpfen herum, nichtsdestotrotz ist dies
nach wie vor nicht nachweislich belegbar, daß sich diese manifestiert
hätte.
Ich tanze, weil kein Teil meines Lebens ohne die Erfahrung der religio
bleiben soll.
Sokrates
Religiöse Tänze, bei denen die TänzerInnen einem gewundenen Weg folgen, sind in Großbritannien, den Niederlanden, in Deutschland, Griechenland, Indien und auch auf pazifischen Inseln bekannt. Das Labyrinth stammt aus der vorgriechischen Zeit. Wissen über damalige Tänze liegt im Vergessen. Der Tanzreigen ist Symbol zyklischer Zeit. Labyrinthwege und doppelte Spiralmuster sind Hinweis für den Glauben an die Wiederkehr des Lebens, das durch den Tod führt.
Menschliche Freiheit, so lehrt der Tanz, ist nicht die absolute Ungebundenheit
und Eigenwilligkeit, vielmehr das Eingebundensein in zeitlose Gesetzmäßigkeiten.
In gewisser Weise aktiviert das Tanzen im Labyrinth auf magische Weise die darin
schlummernden Kräfte. Der Körper des Geistes, wie John Layard das
Labyrinth nannte, wird zum Leben erweckt.
G. Wosien
Bewegung ist ein Weg, sich selbst in Einklang von Körper und Seele zur
Entfaltung zu bringen. "Tanz heilt nicht", meint die Therapeutin Hannelore
Eibach, "er ist jedoch ein heilsames Medium, um Körperausdruck und
Körpererleben verstehbar zu machen. Immer geht es um Integration äußerer
und innerer Bewegung. Ganzheitliches Handeln kann somit heißen: Tanzen.
Tanz ist Erfahrung von Zeit und Raum. Im Tanz werden wir vom ZuschauerInnendasein
befreit und zu AkteurInnen unseres Lebens."
Das Labyrinth und seine Wendepunkte
in der Geschichte
Der Beginn
liegt im Dunkeln, im Sprachlosen, im nicht dokumentierten Raum,
liegt vor jener Zeit- Wendung, in die wir noch keinen Einblick, keinen Zugang
haben. Raum und Zeit sind nicht definierbar.
Die ersten Funde stammen aus der Zeit um 1200 v.u.Z..
Wenngleich es keine Aufzeichnungen aus früheren Zeiten gibt, kann davon
ausgegangen werden, daß es das Labyrinth bereits davor gab.
1. Wendung
Zwei Labyrinthfragmente eines Tongefäßes wurden 1960 in Tell Rifa'at, Syrien gefunden. Es sind 7-gängige Labyrinthe kombiniert mit Mensch- und Tierdarstellungen.
Das bisher älteste, sicher datierbare Labyrinth blieb uns durch Zufall
erhalten. Der mythologische König Nestor war bekannt für seine Weisheit
und als Ratgeber sehr gefragt. Er wohnte in seinem Palast in Pylos, im SW des
Peloponnes. Als dieser 1200 abbrannte, wurde in dessen Lagerraum auch ein Tontäfelchen
mit einer Labyrinth-Ritzung (siehe Seite 8) und einem Text in dem bronzezeitlichen
Dialekt der griechischen Sprache, der Linear B Schrift, auf der Vorderseite
erhalten.
Bisher wurde der Text in der Wissenschaft als Aufzählung der Namen von
zehn Männern mit Zuordnung einer oder zweier Ziegen gelesen.
Nach der Übersetzung von Friedrich Dürr ist dieser dorische Text eine
Anrufung in Form einer Litanei, die im Ernstfall von Kapitän und Mannschaft
eines Handelsschiffes artikuliert wurde. Sie lautet:
Hebe von Jonien, schrecklich ist der Sturm Errette!
Beschütze, o Starke, die Schiffsladung vor der
Meerestiefe! Errette!
Besorge für den schmalen Gang einen Faden! Errette!
Am Faden entlang bis zu den Türflügeln
werde ich die Augen schließen. Errette!
Ich bin unverzagt: du wirst kommen -
ich werde jubeln. Errette!
Es bleibt doch nicht etwa verborgen der Faden?
Reiche dar, sende (und) der Sturm verstummt! Errette!
Das Verderben ist die hochgehende See.
Das Herz bringt sie zum Stehen.
Zeige den Weg, führe durch den Sturm! Errette!
O, daß doch das Zeichen des Heils (käme)! Errette!
Ich werde wohl doch keinen Schiffbruch
in der Fremde erleiden? Errette!
Errette!
Zeige den Faden! Errette!
Das reduzierte Verständnis des Labyrinths auf das Hinausführen ist typisch griechisch (der Ariadne Faden führt hinaus - obgleich in einem Labyrinth kein solcher vonnöten wäre).
Wäre dieses Unglück nicht passiert, hätten wir keinen Fund.
Daher stellt sich die prinzipielle Frage, ob es gewollt war, daß es keine
Labyrinth-Abbildungen gab.
Aus diesen Gegebenheiten leiten sich weitere Fragen ab.
2. Wendung
Die Felsritzung eines Labyrinths in einer Grabhöhle auf Sardinien kann nur geschätzt werden und ist mit 2500 v.u.Z. angegeben. Eine Höhlenmalerei in Sizilien wird ebenso alt geschätzt. Wer brachte diese an?
Der Ursprung des Labyrinths wird von vielen im Tanz vermutet und auf Kreta. Von dort könnte es seine Reise in die ganze Welt vielleicht angetreten haben. (Dafür gibt es jedoch keine Beweise und die neue These der Wortherkunft spricht dagegen). Grundlage für die bisherige Annahme bildet der griechische Ariadne-Mythos, der viel später entstand.
Die ersten kretischen Labyrinth-Funde stammen aus dem 4. Jh. v.u.Z.: Münzen. Zu dieser Zeit hatten bereits die Griechen die Herrschaft übernommen und damit altes kretisches Kulturgut vernichtet oder (oft in verfälschter Form) in ihre Kultur integriert. Die kretische Kultur fand bereits um 1400 v.u.Z. ihren Niedergang.
Doch der Beginn kann ganz anders gewesen sein.
3. Wendung
Ist das Labyrinth sumerischen oder phönizischen Ursprungs? War es nur einer PriesterInnen-Kaste vorbehalten? Entstand es, um ein religiöses Weltbild/Symbol des menschlichen Lebensweges widerzugeben? Wurde es entworfen, um mathematisches Wissen in konzentrierter Form weiterzugeben? Gibt es einen Bezug zu den Sternenkonstellationen? Entstand es zufällig beim meditativen spielerischen Zeichnen am Strand?
Wir wissen es nicht. Was gründet auf Forschung, was beruht auf Projektionen unserer Zeit auf jene vergangene?
Herman Kern vertritt die Ansicht, daß es sich beim Labyrinth um eine
komplexe kulturelle Leistung handelt und stellt die Frage:
Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit in einer bestimmten
Kultur die Labyrinth - Vorstellung überhaupt denkbar wird?
Zur Wortgeschichte
4. Wendung
Als erste schriftliche Erwähnung galt bisher jener Text, der sich auf einem mykenischen Tontäfelchen um 1400 v.u.Z. findet. Er lautete in einer nicht gesicherten aber in der Wissenschaft tradierten Übersetzung
Ein Honigtopf für alle Götter
ein Honigtopf für die Herrin des Labyrinths
Friedrich Dürr übersetzt diesen wie folgt:
Den Schiffen stehet bei!, damit es keinen Bruch gibt
Er ist der Mutterstadt zugetan.
Zum Kampf, jonisch gesagt!
Irgendwann werde ich den Bruch heilen.
Diese Neuübersetzung, die offenbar nichts mit dem Labyrinth zu tun hat, stellt die Verbindung Kreta und Labyrinth erneut in Frage und gibt der Labyrinth-Forschung eine weitere Wendung.
Das Wort labyrinthos ist ein vorgriechisches und weiters kein kretisches Wort. inthos weist auf eine Ortsbezeichnung hin, labrys ist ein klein-asiatisches Wort und wurde oft mit Doppelaxt übersetzt. Gesichert ist, daß diesesWort auf Kreta nicht für die Doppelaxt (die die ab-und zunehmenden Mondsicheln darstellen dürfte) verwendet worden ist.
Die Griechen haben das Wort Labyrinthos das für sie ein fremdes
Wort war, absichtlich oder unabsichtlich missverstanden, wenn sie ihm die Bedeutung
Irrgebäude bzw. Irrgarten beilegten.
Eine Möglichkeit, sich dem geheimnisvollen Wort etymologisch zu nähern,
ist, in ihm einen ganzen nordwestsemitischen Satz zu hören. Obwohl dafür
literarische Beweise fehlen, schlägt Friedrich Dürr eine Deutung vor,
die er probeweise mit altphönizischen Buchstaben geschrieben hat.
Auf die Mitte weise den Umherirrenden hin!
Grammatikalisch handelt es sich dabei um einen Imperativ, der an eine Frau
oder Göttin gerichtet ist.
Mitte steht auch für Herz bzw. Zentrum des geistig-seelischen Lebens.
Inhaltlich paßt der Text zur Form.
Da es keinen Nachweis gibt, daß der Ursprung des Labyrinths in Kreta liegt,
ist es wohl korrekt, nicht vom kretischen Labyrinth zu sprechen, sondern besser
vom Ursprungs-Labyrinth bzw. von Ur-Labyrinth. Denn im Laufe der Zeit wurde
die Gestalt und auch die Nutzung des Labyrinths verändert.
Die Ergebnisse von Zoltan Kruse
bzgl der Erforschung des Laut- und Urwortskern-Bestandes des Namens "LABYRINTHOS"
ist hier vom Autor selbst kurz zusammengefaßt nachzulesen


5. Wendung
Felsritzungen in Spanien (Pontevedra) werden mit 900 v.u.Z. datiert, doch gesichert
sind diese Daten nicht.
Die Felsritzungen in Italien (Val Camonica) scheinen um 100 jünger zu sein.
Die Kanne (Oinochoe) von Tragliatella, entstammt einer lokalen etruskischen Produktion aus ca. 620 v.u.Z.. Sie zeigt eine Labyrinthabbildung und einen Text mit einem Wort, das bisher mit Troia übersetzt wurde, Reiter, Frauen und die Abbildung eines Geschlechtsaktes.
Die Übersetzung nach Deecke 1881 erfolgt in der Annahme, es handle sich hier um Helena und Paris:
diesen Krug hat Amno gemacht
diesen Krug schenkt Ateia
das ist Helena
Arnold von Salis deutete diese Szene mit Ariadne und deren Amme und Theseus
Bisher wurde die 4. Sequenz mit Troia übersetzt, was darauf beruht, daß
die Etruskologen ein P zu einem R umfunktionierten, wodurch sich das Wort Troia
ergibt.
Der alphabetisch geschriebene etruskischer Kurztext
lautet nach der Übersetzung von Friedrich Dürr 1999:
1. Sequenz:
(Die Italerin überreicht den landsuchenden Etruskern den Friedensapfel)
Wer läßt diese demütig werden?
Das vollbringt der Starke.
2. Sequenz:
Wer ist dieser? Der Schößling aus der Gewundenen.
3. Sequenz:
Wer garantiert der Empfangenden die Würzmischung?
4. Sequenz:
Die göttliche Mitte (der Nabel Gottes/der Göttin)
Anmerkungen dazu:
Das auf dem Weinkrug dargestellte Labyrinth soll wohl die Gebärmutter,
den Uterus der Erde verkörpern, welcher die Wiedergeburt verbürgt.
Die einheimische Bevölkerung unterschiedlichster Stammeszugehörigkeit,
auf welche die Etrusker bei ihrer Einwanderung trafen, wurden insgesamt Italer
genannt. Interessant ist, daß auf der Weinkanne italische Frauen dargestellt
werden, als Händlerinnen (am Halsband zu erkennen) und als Friedenstifterinnen
(am Bauchband zu erkennen).
Um 300 v.u.Z. werden Münze, die runde bzw. eckige, links- bzw. rechtsgängige
Labyrinthe zeigen mit dem Schriftzug Knossos auf Kreta geprägt.
Platon (um 400 v.u.Z.) verwendet die Labyrinth-Metapher noch im ursprünglichen
Sinn. Doch eigene labyrinthische Erfahrung fehlt ihm bereits. Er erwartet im
Zentrum ein Denkergebnis.
Eine Architektur des Labyrinths, ein Labyrinth-Bau, gehört in das Reich
der Mythen. Daedalus ist einer der im Mittelalter namentlich bekannten antiken
Baumeister. Nach ihm wird im Sprachgebrauch ein guter Architekt als ein "wahrer
Daedalus" bezeichnet. Doch ist historisch Daedalus nicht belegt.
Ab ca. 300 v.u.Z. und damit bedeutend später als das Labyrinth kreiert
wurde, wird das ursprüngliche Labyrinth als Irrgarten verstanden.
Natürliche Höhlen mit sich wendenden (und ev. sich verzweigenden)
Wegen waren Initiationsplätze und werden bis heute fälschlicherweise
als Labyrinthe bezeichnet.
Das Labyrinth findet im römischen Reich Verwendung bei Leichenfeiern. Mit ihm wurde die Grenze zwischen der Totenwelt und den Lebenden gezogen; ein Schutzkreis um den Toten/die Tote, der die Lebenden vor seiner/ihrer Wiederkehr bewahrt. Gleichzeitig werden so die Verstorbenen in ihre neue Existenzform eingeführt.
Später zu Pferde - anfangs mit zwei, später (unter Kaiser Augustus ca. 27 v. - 14 n.u.Z.) mit drei Gruppen wurden zur Einführung adeliger Jünglinge in die Gesellschaft sogenannte Troiaspiele /Labyrinthspiele durchgeführt.
Auch bei einer Stadtgründung kam das Labyrinth zum Einsatz: als magischer Schutz.
Um 50 n.u.Z. benennt Plinius vier Gebäude als Labyrinthe, die nachweislich keine sind. Er charakterisiert diese als düster und gefährlich. Diese Assoziationen sind bis heute fälschlicherweise mit dem Labyrinth verbunden.
79 n.u.Z.: In Pompej findet sich an einem Türstock in Form eines Graffiti ein Labyrinth und seine Bezeichnung mit der Inschrift: Hier wohnt Minotaurus.
Um 100 n.u.Z. zeigt Plutarch in seiner Zusammenfassung all die widersprüchlichen Berichte und Interpretationen zur Geschichte Theseus und Ariadne auf, die von Ovid, Vergil, Diodorus, Apollodorus, Plutarch, Homer u.a. stammen. Innen- wie außenpolitische Interessen färbten wohl die unterschiedlichen Varianten.
Zwischen 150 v.u.Z. und 450 n.u.Z. entstehen römische Mosaik-Labyrinthe.
Diese waren nie zum Begehen gemacht.
Ausschließlich innerhalb des römischen Herrschaftsgebietes finden
sich Abbildungen von Ariadne, Theseus und Minotaurus im Zusammenhang mit dem
Labyrinth. Der Grund dafür könnte gewesen sein, damit den Übergang
zum Patriarchat und seinen Werten zu dokumentieren.
Auch die Kombination des Labyrinths mit der Stadt ist eine einzigartig römische kulturelle Kreation.
6. Wendung
Mit der staatlichen Anerkennung des Christentums entstehen ab 324 die ersten Kirchenlabyrinthe.
Das älteste bekannte Kirchenlabyrinth befand sich in der römischen Basilika im algerischen El Asnam (sie ist die heutige Kathedrale von Algier). Davor fanden sich Labyrinthe nie in Tempel, nur in Profanbauten. Die Labyrinthe werden nun mit christlichen Inhalten belegt.
Um 793 leben die Normannen im Gebiet des heutigen Frankreich und trugen wahrscheinlich zur Verbreitung der Labyrinthe bei, die sie nach 1066 auch nach England brachten.
Von der Mitte des 9. Jh. an, entstehen Handschriftenlabyrinthe. Das Labyrinth kommt nun in religiösen Schriften vor und wird von christlichen Vorstellungen vereinnahmt.
Eine neue Methode steht hinter dem Entwurf der christlichen Labyrinthe: konzentrische Kreise, das Zentrum ist kreisrund, das Zentrum ist im geometrischen Mittelpunkt. Es entstehen Labyrinth-Varianten:
Typ Otfried
die Gangzahl wurde auf 11 erhöht, indem ein Labyrinth ins Labyrinth gesetzt
wurde, dh. es ist keine Neuerfindung des Labyrinths. Das Labyrinth wurde zum
Symbol für die sündige Welt. Herr der Welt wird Christus.
Typ Chartres
Der ausgesparte Kreuzungspunkt wird christliches Symbol und in Form und Inhalt
christianisiert. Mit diesem Typ ist die Christianisierung des Labyrinths historisch
abgeschlossen. In der Westkirche (dh. röm. kath.) entstand der Typ Chartres
als Abgrenzung zu heidnischen Troiaburgen und der Normanneninvasion. In der
griech. orth. Ostkirche fand keine Veränderung statt, sondern wurde die
Ursprungsform weiterverwendet.
Das Labyrinth erhält seinen Eingang im Westen der Todesrichtung, wo die
Sonne untergeht.
Oster-Ball-Spiele werden in Frankreichs Kirchen auf dem Labyrinth durchgeführt. (1413 beschließt das Kapitel von Sens diese und verbietet sie mit Beschluß 1538 wieder)
Das Chartres Labyrinth hat im Vergleich zum Ursprungs-Labyrinth unter anderem
..... einen größeren regulativen Charakter
..... das ursprüngliche Kreuz wird verschoben und stattdessen wird ein
Kreuz (durch Viertelung des Raumes) ins Labyrinth gelegt
..... Das Chartres Labyrinth kann nicht getanzt werden, da die Form zu kompliziert
ist.
Das kretische Labyrinth wurde gekreuzigt, formuliert Gundula Thormaehlen
Friedman knapp.
Wenn der Weg das Leben ist, das Labyrinth die Welt, so heißt das, daß
das Leben, die Welt, gekreuzigt wurden. Dem ursprünglichen Labyrinth wurde
damit seine Lebensenergie genommen.
Ca. 1210 wurde das Labyrinth in der Kathedrale von Chartres als Bodenkirchenlabyrinth
gebaut. Es ist das schönste und besterhaltenste.
Typ Jericho
entsteht ab dem späten 13. Jh.. Die Labyrinthe kommen siebengängig
vor, wobei von 7 Mauern aber 6 Umgängen die Rede ist und stellen selbst
die Stadt dar.
In der röm. kath. Kirche findet sich gewöhnlich die runde Labyrinth-Form.
In der griech. orth. Kirche finden sich eckige Labyrinthe. Hier kommt die Heilserwartung
zum Ausdruck: Der Eingang ist im Osten. Jericho wurde auch als "Mondstadt"
bezeichnet und mit wechselhaft und sündig assoziiert, wobei der Mond auch
für Frauen stand.
In der jüdischen Religion wird Jericho (ab dem 13.Jh.) ins Zentrum des
Labyrinths gesetzt.
In Syrien kommen beide Variationen vor.
Das Jericho Labyrinth ist vermutlich auf den römisch-antiken Einfluß zurückzuführen: Die Städte Troia und Jericho wurden beide ohne Gewalt eingenommen.
In Frankreich kommen ausschließlich Kirchenlabyrinthe (d.h. keine Rasenlabyrinthe) vor. In England entstehen etwas später ausschließlich Rasenlabyrinthe, die in Größe und Linienführung den Kirchenlabyrinthen gleichen. Ab dem 13. Jh. ist auch der Typ Chartres zu finden.
Ab dem 14. Jh. entstehen Labyrinth-Fresken in dänischen und anderen skandinavischen Kirchen.
1300: Im skandinavischen Raum werden Labyrinthe "Troiaburgen" (7-, 11- oder 15gängig, klassischer Typ) genannt und mit Steinen gelegt. Das mag dem Klima entsprechen oder eben der Kultur, die das Labyrinth adaptiert oder hervorgebracht hat. Wird mit Steinen eine Troiaburg gelegt, werden Steine verlegt, Sandspuren verwischt, so entsteht aus dem Labyrinth natürlicherweise ein Irrgarten. Interessant jedoch, daß Irrgärten in Skandinavien keine Tradition haben.
Ab dem 16. Jh. werden Rasenlabyrinthe, die davor siebengängig angelegt waren, auch im Typ Chartres gebaut.
Fast ausnahmslos wurde die Form ausgehoben. In Saffron Walden (England) wurde
der Weg ausgehoben.
Es besteht die Vermutung, daß das siebengängige Labyrinth von Dänemark
im 9. Jh. nach England kam und dann Einfluß auf Frankreich hatte. Ab dem
16. Jh. besteht die Anglikanische Kirche und seit dieser Zeit gewinnt das siebengängige
Labyrinth wieder an Bedeutung und verliert sie teilweise wieder.
7. Wendung
Ab 1420 werden Irrgärten gezeichnet und angelegt, in einer Zeit, da sich
die Menschen von der religiösen Gebundenheit emanzipieren. Wahlmöglichkeiten
aufgrund von Mündigkeit und Eigenverantwortung sind die Basis. Der Irrgarten
wird damit zum Symbol einer Welt, in der sich der Mensch verlieren kann bzw.
verliert.
Die älteste bekannte Darstellung eines Irrgartens stammt aus dem Notizbuch
des venezianischen Arztes Giovanni Fontana.
Parallel zum Irrgartenthema setzten sich viele mit der "EinLinienThematik"
auseinander. Für Dante, da Vinci, Dürer u.a. hatten diese dekorativ-abstrakten
Motive noch einen konkreten geistigen und unmittelbaren religiösen Sinn.
Zur Zeit des Manierismus wurde die Welt zwar als poetischer Irrgarten (fälschlicherweise
aber als Labyrinth bezeichnet) Gottes empfunden. Man blieb im Unentwirrbaren
stecken.
Ab 1500 entstehen vor allem profane Labyrinthe.
8. Wendung
Asien
In Zentralindien findet sich eine Felsmalerei mit Labyrinth und einer über
einen Stier springende Figur, die mit 250 v.u.Z. datiert wird.
Nicht gesichert ist auch die Datierung von Steinlabyrinthen, die mit 1000 v.u.Z.
angegeben werden.
In Indien entstehen ab ca. 300 v.u.Z. Labyrinthvorstellungen, die möglicherweise
durch Alexander den Grossen nach Indien gebracht worden sein könnten. Um
diese Zeit wird begonnen, das altindischen Epos Mahabarat schriftlich zu formulieren,
dessen Endfassung mit ca. 400 n.u.Z. abgeschlossen ist. Das Labyrinth erscheint
im Epos als eine Schlachtordnung in Radform, die selbst die Götter nicht
durchdringen können. Möglicherweise war diese Schlachtordnung ursprünglich
igelförmig, und die Labyrinthstruktur wurde erst viel später hineinprojeziert.
Cakra-vyuha, 12./13.Jh. n.u.Z. - ist die älteste Labyrinth-Darstellung,
allerdings eine Abwandlung der Urform
Auch alle späteren zeigen die Struktur des Ur-Labyrinths.
Der Begriff "cakra vyuha" taucht auch in Verbindung von Türschwellenzeichnungen
und geburtserleichternden magischen Praktiken ab dem 17.Jh. auf.
Von Indien kam im 8./9. Jh. n.u.Z. durch Eroberung das Labyrinth nach Afghanistan,
Java und Sumatra. Das Labyrinth hat in Erzählungen Bedeutung und ist auch
auf Fingerringen abgebildet, sowie auf Baumrindenblättern im Kontext mit
magischen Sprüchen zu finden.
Im 18. Jh. werden Labyrinthe im Zusammenhang mit tantrischen Texten auf Manuskripte
gezeichnet.
Afrika
In keiner der afrikanischen Kulturen ist das Labyrinth zu finden. Nur im Norden,
im Mittelmeerraum, ist es durch das Christentum verbreitet präsent, z.B.
in der römischen Basilika im algerischen El Asnam.
Amerika
Labyrinthe sind in Arizona und New Mexiko bekannt (Hopi und Navajo sowie weitere
Stämme wie die Pima und Tohono O'odham) und seit Jahrhunderten schriftlich
fixiert und in Stein geritzt worden.
Die Pima fügen bei ihren Labyrinthformen (Korbgeflechte) eine Figur hinzu,
so wie es auch die Batak auf Sumatra tun. Diese Figur wird oft als eine "Eulenspiegelfigur"
interpretiert.
Kern vermutet, daß das Labyrinth von Indien eingeführt wurde, wegen der Übereinstimmung mit indischen Geburtslabyrinthen. Oder kam das Labyrinth von Skandinavien über den Atlantik zu den IndianerInnen (so wie die Wikinger vor Columbus nach Nordamerika kamen)? Diese Frage sucht noch ihre wissenschaftlich belegte Antwort. In Nordamerika findet sich ab dem 16.Jh. ausschließlich das Ur-Labyrinth.
Seit 1970 gibt es ein starkes Interesse am Labyrinth, das sich in neuangelegten
Labyrinthen im ursprünglichen und im Typ Chartres, sowie neuen Kreationen,
die Labyrinthcharakter haben konkretisiert. Vor allem GeomantInnen beschäftigen
sich mit dem Labyrinthbauen. Workshops werden durchgeführt mit dem Ziel,
Probleme zu lösen, spirituelle Erfahrungen zu ermöglichen u.a.m..
1998 wird auf der 4. Labyrinth-Konferenz in den USA "The Labyrinth Society"
gegründet.
Australien
Der erste Irrgarten wurde nach englischem Vorbild 1862 angelegt. Heute gibt
es über 200 Irrgärten.
Das Labyrinth ist der traditionellen australischen Kultur nicht bekannt.
9. Wendung
In der 2. Hälfte des 18.Jh. werden in Europa viele Anlagen zerstört bzw. vernachlässigt. Um 1900 führt Sir Evans verstärkt Forschungen und Ausgrabungen in Kreta durch, weil er den Ursprung des Labyrinths dort vermutet. Doch es gibt dort keine archäologischen Labyrinth-Funde, die dies beweisen könnten.
Um 1970 beginnt das Interesse am Labyrinth und Irrgarten auch in Europa wieder
in Bezug auf Rezeption, Forschung und künstlerische Produktion zu wachsen.
Die Wirkmächtigkeit des Labyrinths übertrifft die Formulierungskraft
der meisten Künstler. Wofür steht diese Widersetzlichkeit der Labyrinth-Figur?
1980 gründet der Engländer Jeff Saward die Labyrinth-Zeitschrift Caerdroia,
die bis heute 1x jährlich erscheint. Deren Zielsetzung ist Information,
Forschung und Kommunikation.
1981 wird die 1. Labyrinth-Ausstellung in Mailand von Hermann Kern konzipiert
und eröffnet. Dieser folgt die erste umfangreiche und wissenschaflich fundierte
Publikation zum Thema, die nach wie vor als Standardwerk gilt.
1989 entsteht aus einem politisch-künstlerischen Frauenprojekt eine starke
schweizer Labyrinthbewegung, die heute international agiert und mehr als 60
Labyrinthanlagen realisierte. Sie nennt sich "Öffentliche Frauenplätze
international". Ziel ist, gemeinsam mit anderen einen Bewußtseinswandel
herbeizuführen und ein neues Gleichgewicht zu schaffen. Mit dem Risiko
und der Chance einer gewaltfreien Auseinandersetzung soll Anerkennung der Gleichwürdigkeit
aller Wesen erreicht werden.
1991 wurde in GB zum Internationalen Jahr des Labyrinths ausgerufen.
1991 wurde im Juli die 1. Internationale Labyrinth-Konferenz in Saffron Walden
abgehalten.
1995 fand die 1. Labyrinth-Konferenz in den USA statt.
In den USA wird das Labyrinth mit Erfolg therapeutisch an Schulen, Spitälern
und Gefängnissen eingesetzt.
1995 präsentierte Stockholm eine Labyrinthausstellung.
1998
organisierte Jorgen Thordrup in Dänemark eine Labyrinthausstellung, 1999
in Norwegen.
The Labyrinth Society wird in den
USA gegründet u organisiert jedes Jahr in den USA eine Labyrinth-Tagung
Im November 1999 fand die 1. Labyrinth Society Conference in Denver Colorado
statt.
1999/2000 Ausstellung in St. Pölten "Die Kunst zu wandeln das labyrinth
Mythos und Wirklichkeit".
2000 Juni: Fest der 2000 Frauen in Frankfurt mit Labyrinthzeremonie
2000 im Juli findet die Labyrinthkonferenz in Saffron, organisiert von Jeff
Saward, statt
2001 im Nov.findet in Dornbirn die 1. Labyrinth-Fachtagung für den deutschen
Sprachraum statt
2002 Mai: International Labyrinth Symposium in Glastonbury, England
Dez.: Buchpräsentation: Das
Labyrinth - die Kunst zu wandeln (von Ilse Seifried): Dieses Buch umfasst
als erstes Labyrinthbeiträge von
internationalen Labyrinthfachleuten unter interdisziplinärem Aspekt
2003: 2. Labyrinth-Tagung in Zürich
2005: 3. Labyrinth-Tagung in Wetzlar
Graz: Ausstellung zum Thema: Irrgärten und Labyrinthe
2008: 4. Labyrinth-Tagung in Dresden
2009: Ausstellung: Labyrinth in Schwäbisch Hall
2010: 5. Labyrinth-Tagung in Euskirchen
Labyrinth-Ausstellung in Barcelona und 2011 in Valencia
2011: 1. Dutch Maze and Labyrinth Symposium
Vorschau:
2012: 6. Internationaler Labyrinthkongress in Hofkirchen
Das Besondere
Es gibt auch Irrgärten in Kirchen !
Wo gibt es einen Irrgarten in einer Kirche?
Vorgestellt und selbst gesehen:
Bei der Tagung in den NL 2011
St. Martinskerk in Voorburg
Was macht ein Irrgarten in einer Kirche? Diese Frage ist noch nicht eindeutig
geklärt ...
Auf der Kirchenwebsite, wird
die Bodenarbeit als "schwieriger Lebensweg"
(Original: Op de torenvloer is in witte en zwarte tegels een doolhof aangebracht.
Dit doolhof stelt de
"moeilijke" weg van het leven voor) bezeichnet.
Das Labyrinth ist auch Symbol
Leben o Tod o Wiedergeburt o Unendlichkeit o Verbindung zum Göttlichen o Verbindung mit Menschen o Zeugung o Geburtsweg o Lebensweg o Geburt o Verbindung weiblicher/männlicher Aspekte o Einheit der Gegensätze o Kosmische Hochzeit von Himmel und Erde o Abwehr böser Einflüsse o Schutz o Stadt
Das Labyrinth wurde/wird verwendet als/für
Amulett o Schlachtanordnung o Tätowierung o Abbildung von Himmelskörpern
und deren Bewegungsspur am Himmel o Abbildung der sündigen Welt o Zeichen
für Jericho o Zeichen für Salomon o Signet für Architekten
Die geselllschaftspolitisch und kulturhistorisch relevante Frage stellt sich
in Anbetracht der so vehementen Wiederkehr:
Was machen wir mit dem Labyrinth? Was macht das Labyrinth mit uns?
Ariadnes Faden
Denn miteinander verwoben ist alles
In vielen Kulturen und so auch in unserer, steht das Symbol der Spindel bzw.
des Fadens in Zusammenhang mit dem Schicksal.
Das Spinnen des Fadens weist Ähnlichkeiten mit den sichtbaren Bewegungen
des um den Polarstern kreisenden Sternenhimmels auf. Die Spinnerin wurde daher
mit dem Himmel, den Jahreszeiten und der Zeit in Verbindung gebracht.
In Nordeuropa waren vor der Christianisierung ganz andere Sternbilder bekannt
als heute (die sich auf griechische und islamische Quellen beziehen) und andere
als z. B. in Babylon.
Das heutige Sternbild Orion wurde früher Friggs Spinnrocken und
der Polarstern Gottesnagel oder Spindel genannt.
Das Spinnen war früher eine Tätigkeit bei der genau und anschaulich das Verstreichen der Zeit in Korrelation stand mit der Menge des produzierten Materials. So wurde der Spinnfaden zum Symbol des Zeitfadens. Die griechischen Schicksalsgöttinnen Klotho, Lachesis und Atropos (vgl.: die drei Nornen Urd, Werdandi und Skuld) sitzen im Mittelpunkt der Welt, spinnen die Schicksalsfäden der Menschen und schneiden das Leben ab, wie frau einen Faden durchtrennt. Das Durchtrennen der Nabelschnur hat nicht nur physischen sondern auch symbolischen Charakter. In Zusammenhang damit steht auch die mittelalterliche Schnur-Magie. Im mittelalterlichen Italien war Frauen bei Strafe untersagt, spinnend durch die Straßen zu gehen, weil ihre Kräfte als zu gefährlich galten.
ParapsychologInnen meinen, der Faden sei die Verbindung des Körpers mit dem Astralleib bei außerkörperlichen Erfahrungen.
Schlangen haben Schnurcharakter. Uraeus wurde als Kopfschmuck von den Pharaonen so angelegt, daß das Dritte Auge berührt wurde.
Theseus hält Ariadnes Faden in Händen, durch den er wieder in die Welt (d.h. aus dem Labyrinth) zurückkehren kann. Wäre der Faden durchtrennt worden, wäre ihm der Tod gewiß gewesen.
Ist der Faden gesponnen, wird dieser auf einen Webstuhl gelegt und zu einem
Gitternetz verwoben. Verschiedene Muster können entstehen.
Das Wort weben (engl. weave) ist mit jenen keltischen Ausdrücken
verwandt, die sich auf Schlangenkräfte im Boden beziehen (die von RutengängerInnen
entdeckt werden können). Als "Wouivre" bezeichnet es die Energievibration
auf der Ebene der Materie.
Spielbretter, die eine Abbildung des gewebten Fadens sind, haben ein Gitternetz
als Grundstruktur. Da gibt es auch Spielbretter mit spiralförmiger Schlangenform
(Hinweise finden sich bereits 2700 v.u.Z. in Ägypten). Bestimmte Punkte
sind mit Kreuzen gekennzeichnet, so 19, 44, 51, 65 und 81. Bei indischen Brettspielen
dürfen an diesen Punkten die Spielsteine nicht geschlagen werden.
Beim abgebildeten Gänsespiel ist im Feld 42 ein Labyrinth eingezeichnet.
Wer auf dieses Feld kommt, muß zurück auf Feld 30.
Ariadne:
Der Mythos und das Wesen dieser kretischen Göttin Ariadne sind sehr widersprüchlich
überliefert worden. Politische Veränderungen im alten Griechenland
spiegelten sich auch im religiösen Wandel, und die Anhängerinnen Ariadnes
- die Verliererinnen bei einem der Umbrüche - sahen sich der Unterdrückung
ihrer altehrwürdigen Religion ausgesetzt.
In ihrer ursprünglichen minoischen Form war Ariadne, "Die sehr Heilige", offensichtlich eine Göttin, die ausschließlich von Frauen verehrt wurde, eine Göttin der Unterwelt und der Fruchtbarkeit, zugleich eine Vegetationsgöttin, ähnlich der griechischen Persephone.
Als die Griechen kamen, bekehrten sie Ariadnes Anhängerinnen und degradierten
die frühere Göttin zur sterblichen Heldin der Erzählung. Der
Sieg Theseus mit Hilfe von Ariadne und der Sieg Jasons mit priesterlicher Hilfe
(Goldenes Vlies) kann als Triumpf der apollinischen Sphäre über Dionysos
verstanden werden.
Ariadne Die Heiligste oder Sehr fruchtbare Mutter ist die jüngere
Form der kretischen Mondgöttin.
Der griechische Mythos auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zusammengefaßt:
Athen ist verpflichtet, alle 9 Jahre sieben junge Mädchen und sieben
junge Burschen nach Kreta zu schicken. Theseus ist einer unter diesen. Sein
Ziel ist Widerstand und Sieg über Minos. Minotaurus ist halb Stier halb
Mensch und im Labyrinth gefangen gehalten. Als Held will Theseus nach Athen
zurückkehren. Ariadne verliebt sich in ihn und hilft ihm durch ihren roten
Faden ins Labyrinth hinein und hinauszugelangen. Gemeinsam segeln sie weg.
In einer Variation wird Ariadne auf Naxos von Theseus verlassen. Sie heiratet
Dionysos, wird Anführerin der dionysischen Frauen (der Menäden), gebiert
dem Gott viele Kinder und stirbt im Kindbett.
"Es ist bemerkenswert, daß die alten Griechen sterblichen Männern
die Vaterschaft von Göttern oder von Helden nicht zutrauten. Daraus läßt
sich schließen, daß die biologische Mutter eine große Rolle
spielte und daß ein göttlicher Vater bedeutender war als der biologische."
(Larrington)
In einer anderen Variation wird sie zurückgelassen und stirbt aus Verzweiflung.
Dionysos setzte ihre Krone an den Himmel. Heute wird das Sternbild Corona Borealis
genannt.
Eine weitere Varinante (Ovid) erzählt, daß Theseus Ariadne auf Geheiß
des Bacchus verläßt, und auch dieser verläßt später
Ariadne.
Die Inhalte dieses Mythos sind kritisch zu analysieren. Patriarchale Einflüsse und Interpretationen sind offenkundig.
Die Kunst zu wandeln
Wie ist der labyrinthische Weg zu erkennen? Nur im Überblick. Das subjektive
Empfinden kann dennoch das Gefühl sein, sich aufgrund der Desorientierung
in einem Irrgarten zu befinden. Der Weg führt. Ein Schritt nach dem anderen
wird gesetzt. Die Fragen des Warum und Wieso sind sinnlos. Dennoch bedarf es
einer absolut radikalen Entscheidung zur Eigenverantwortlichkeit, mit allen
Konsequenzen, weiterzugehen.
Was nun Gott betrifft
es kommt nicht einmal darauf an, ob er existiert
oder nicht existiert. Was zählt, sind die Gefühle, die der Guru oder
der Gott in uns erwecken. Beide fungieren als Stimulans und setzen in uns schlummernde
Energien frei.
Der Gehorsam ist der Tod. Jeder Moment, in dem der Mensch sich einem fremden
Willen unterwirft, ist ein Moment, der von einem Leben abgeschnitten wird.
Alexandra David -Neel
Die Labyrinthe stellen offensichtlich die Symbolik einer fortschreitenden Entwicklung auf dem geistigen Weg dar.
Anleitung zum Begehen eines Labyrinths
Ein Labyrinth kann alleine begangen werden. Die Achtsamkeit kann im Begehen
selbst liegen, in der Wahrnehmung, was dabei passiert. Die Konzentration kann
auch auf ein Problem gelenkt sein, das auf dem Weg vielleicht (wie von selbst)
eine Lösung findet. Singen und Tanzen sind weitere Möglichkeiten.
Begehen mehrere Menschen das Labyrinth, fügen sich die Aspekte der Begegnung,
Nähe und Distanz hinzu. Ein Miteinander thematisiert Gemeinschaft und Individualität.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Gemeinsam mit Gundula Thormaehlen-Friedman entwickelte ich eine Weise für zwei, die im Folgenden mit Bild und Wort beschrieben wird:
....... Beide begeben sich in das Feld 1 (den Leerraum unter dem Zentrum),
wo sie Rücken an Rücken stehen
....... Diese Position interpretieren wir als Tao, den Zustand, da es nur das
Eine gibt.
....... Beide machen einen Schritt nach vorne, dh. in die vierte Labyrinthbahn
....... Diese Position interpretieren wir als zur Welt kommen, in die Welt der
Dualität eintauchen.
....... An Punkt 2 (oberhalb des Zentrums in vierten Gang) treffen sie sich
von Angesicht zu Angesicht und gehen aneinander vorbei.
....... Geht die eine Person nun ins Zentrum des Labyrinths, so bewegt sich
die andere hinaus.
....... Es gibt immer wieder Begegnungen, durch Bahnen getrennt.
....... Die Wendepunkte (W) werden von beiden gleichzeitig erreicht, wobei beide
in unterschiedlichem Tempo gehen. Dadurch entsteht ein weiterer Rhythmus. An
den Wendepunkten wird auch Blickkontakt miteinander aufgenommen.
....... Ein Innehalten im Mittelpunkt für die eine, ein Innehalten im Außen
für die andere und dann eine Wendung.
....... Auf dem Weg zurück begegnen sie sich, und nun wird jene Person
vom Außen in den Mittelpunkt geführt und jene, die bereits im Zentrum
war, gelangt ins Außen.
....... Innehalten
....... Eine weitere Wendung und zurück bis in den vierten Gang, von wo
aus beide gleichzeitig sich einander anblickend wieder in Feld 1 steigen.
Wir haben diese Art als wohltuend und stimmig erlebt. Verbunden sind wir immer miteinander auf der Ebene des Bodens. Körperlich und energetisch sind wir manchmal einander näher, manchmal weiter weg und manchmal im Gefühl, völlig auf sich alleine bezogen zu sein. Mit diesem Rhythmus spiegelten wir den Lebensrhythmus wider. In diesem Einklang war Friede.
Ausstellungen: "Die Kunst zu wandeln das labyrinth Mythos und Wirklichkeit" wurde in der Shedhalle in St. Pölten (A) vom 13. Nov.1999 - 31.1. 2000(Idee, Konzept, Umsetzung und Texte) von Ilse M. Seifried im Auftrag des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung präsentiert.
Literaturhinweise eine Auswahl
Brauner Christa, Play Larry, Versuch über das Labyrinth, Turia und Kant
1996
Borges Jorge Luis, Gesammelte Werke, Fischer TB 1992
Caerdroia, Englische Labyrinthzeitschrift
Candolini Gernot, Labyrinthe, Pattloch 1999
Charpentier Louis, Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres, Gaia 1997
Derlon Pierre, Die Gärten der Einweihung und andere Geheimnisse der Zigeuner,
Heyne TB 1995
Dürrenmatt Friedrich, Labyrinth Stoffe 1-3, Diogenes 1990
Eco Umberto, Im Labyrinth der Vernunft, Texte über Kunst und Zeichen, Reclam
1995
Göbel Gabriele, Labyrinth der unerhörten Liebe, Fischer 1993
Gould Barbara K., "But Ariadne was never there in the first place",
In: Feminist Theory 1993
Graves Ranke, Griechische Mythologie, 1994
Gruenter Undine, Vertreibung aus dem Labyrinth,Hanser 1992
Hallmann Frithof, Das Rätsel der Labyrinthe, Damböck 1994
Hofer H. G., Höhlen als frühe Observatorien, Die Entschlüsselung
des Labyrinths? Jost-Jetter Verlag 1996
Jaskolski Helmut, Das Labyrinth, Kreuz Verlag 1994
Köhn Silke, Ariadne auf Naxos: Rezeption und Motivgeschichte von der Antike
bis 1600, Herbert Utz Verlag 1999
Komlosy (Hrg), Spinnen - Spulen - Weben, 1991
Kern Hermann, Labyrinthe, Prestel Verlag 1982
Klein Gabriele, FrauenKörperTanz: Eine Zivilisationsgeschichte des Tanzes,
Quadriga Verlag 1992
Kraft John, Die Göttin im Labyrinth, edition amalia 1997
Larrington Carolyne, Hrg, Die mythische Frau, Promedia 1997
LebensMuster, Textilien in Indonesien, Katalog, Museum für Völkerkunde
in Wien, 1996
Lonegren Sig, Labyrinths, ancient myths & modern uses, Gothic Image 1996
Martens Ekkehard, Der Faden der Ariadne, Stuttgart Metzler 1991
Monaghan Patricia, Lexikon der Göttinnen, Bern 1997
Nagele-König Andrea, Ariadne und Dionysos, Versuch einer Diskontinuität
des Vernünftigen, Diss. Wien
Nin Anais, Labyrinth des Minotaurus, dtv 1985
Pennick Nigel, Die Spiele der Götter, Walter Verlag 1992
Purner Jörg, Radiästhesie - ein Weg zum Licht? Mit der Wünschelrute
auf der Suche nach dem Geheimnis der Kultstätten, M&T Edition Astroterra
1988
Redmond Layne, Frauen Trommeln, Sphinx 1999
Riebe Brigitte, Im Palast der blauen Delphine, Piper 1994
Scala Eva, Das Labyrinth, in: OIIP, Verlag der Kulturvermittlung Steiermark,
1996 (?)
Schaefer Signe, Das Erwachen Ariadnes, Verlag Freies Geistesleben 1987
Strobel Wolfgang, Schöpferische Psychotherapie, in: WAP 1995
Wagner-Hasel Beate, Der Faden der Ariadne und die Waffen der Amazonen, Basel
1987
Wagner-Hasel Beate, Materiarchatstheorien der Altertumswissenschaft in: Wege
der Forschung, Band 651, Wiss. Guchgesellschaft Darmstadt 1992
Wiener Ethnologinnen, Verkehren der Geschlechter, 1998
Zingsem Vera, Der Himmel ist mein, die Erde ist mein - Göttinnen großer
Kulturen im Wandel der Zeit, klöpfer & meyer 1995
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