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Uni Wien Institut für Erziehungswissenschaft
Prof. Niehaus
WS 2001, Dauer: 70 Minuten
Teiln.: 25 Studierende d. Pädagogik / Sonderpädagogik im zweiten Abschnitt
Projektleitung: Ilse M. Seifried
Protokoll: von der Tutorin
Titel: Labyrinthe & lineare Wege
Thema Entscheidungen
Problemstellungen Welche Vorstellungen habe ich vom Begriff Entscheidung?
Zwei mögliche Wege im Qualitätsvergleich
Die konkrete Situation Das Thema der Diplom- bzw. Forschungsarbeit finden
A) Einstieg ins Thema
B) Themenbearbeitung
a) Sammeln von Beiträgen der Vorgehensweisen
Welche Überlegungen / Erfahrungen / Assoziationen gibt es zum Begriff:
Entscheidung ? trennen, Scheideweg, Neuorientierung, Wille, Zeitdruck, Ultimatum,
Einschränkung, Gewichtung, Ziel, Zwiespalt
Was assoziieren Sie mit Fehler?
normal, Weiterentwicklung, lernen, unangenehm, beseitigen, un/vermeidbar
b) Erfahrungsangebot
1. auf einem Blatt Papier mit einem Stift spontan/intuitiv den bisherigen Weg
Punkt A ist jener Zeitpunkt,als klar war, dass eine Entwscheidung getroffen
werden muß - Punkt H steht für heute und jetzt) als Linie ziehen
und ein Wort /einen Begriff /ein Gefühl dazu schreiben
2. die Labyrinth-Struktur auf einem Blatt betrachten und einen Weg mit dem
Stift ziehen - ein stimmiges Wort/ einen Satz dazuschreiben
danach ev. mitteilen der Worte/Sätze/Erfahrungen
3. auf der Blattrückseite: Ziehen einer Linie von einem Punkt A zu Punkt
B
4. Analyse der Strukturen und Erfahrungen
den eigenen Weg zu zeichnen war am schwierigsten - der direkte Weg ist der einfachste
- der eigene und der direkte Weg sind ident für mich (d.h. das Thema war
plötzlich von außen gegeben und da)
das Labyrinth
beim Labyrinth fühlte ich mich eingeengt - der Labyrinthweg ist langatmig
- vorgegeben - verträumt - zeitaufwendig - ich bin über die Barrieren
hinausgegangen - es gibt keinen Rückweg - der Weg führt überall
vorbei - den Anfang zu setzen war schwierig, wo für mich der Beginn im
Labyrinth ist - Verärgerung über das "an die Regeln halten"
- abgesichert - umkreisend - Assoziation an die Gehirnhälften - langer
Prozeß -
5. nochmals den Labyrinthweg, wobei nun alle den Weg vom
Eingang zum Zentrum und wieder hinaus zeichnen
6. Blatt mit einer Irrgartenstruktur - mit dem Stift eine beliebige Weg-Linie
ziehen ein Wort/einen Satz dazschreiben
7. Austausch und Analyse dieser Struktur und Erfahrungen
Der Irrgarten:
Unübersichtlich - mit Sackgassen - Entscheidungen müssen getroffen
werden - furchtbar verwirrend - fordert die Kreativität - kein definiertes
Ziel - der gegangene Weg kann gekreuzt werden
Verbindende Elemente zwischen Irrgarten/Labyrinth: die Unterscheidungen sind
unwesentlicher (nur ein Weg/Wahlmöglichkeit, Sackgasse) als die verbindenden
Aspekte - beides ist verwirrend - beide haben große Vorgaben - der Durchgang
ist ähnlich -
Persönliche Affinität: acht bevorzugen das Labyrinth, die anderen
alle den Irrgarten
Warum ist der Irrgarten ansprechender? Erkunden - kennenlernen - verweilen -
(das Verweilen im Labyrinth ist uninteressant) - unterschiedliche Weggrößen
und Plätze im Irrgarten macht es interessanter - im Irrgarten kann ein
Weg öfters gegangen werden - beim Labyrinth gibt es einen Anfang, geht
dann ins Zentrum und ist wieder am Anfang: nein , Danke! - der Irrgarten ist
interessanter - die Wege sind vielleicht sinnloser, aber Möglichkeiten
sind gegeben
Zitat als Gegenpol von Seifried zwischendurch eingebracht zum bisher Gesagten:
Wir werden nicht aufhören zu erkunden,
Und das Ende all unserer Erkundungen
Wird die Ankunft an der Stelle sein,
Wo wir begannen,
Und wir werden sie zum erstenmal erkennen.
T.S. Eliot
c) Einschätzung
- Kann das Labyrinth für einen/den allgemeinen/speziellen Such-Prozeß
als bildliche Vorstellung bzw. als Metaphern hilfreich sein?
- Ermöglicht das Labyrinth als Erfahrung einen vertieften Einblick in Suchfindungsprozesse?
- Ist das Labyrinth für Jugendlichen mit Behinderung im Übergang zur
Erwerbsarbeit bzw. bei der Suche nach einem Beruf geeignet, diesen Prozeß
positiv zu unterstützen?
Diese Fragen sind für die Studierenden im Moment nicht zu beantworten.
C) Resümee und Ausklang
Lit:
Hermann Kern, Labyrinthe, Prestel Verlag 1982
Heinrich Jacoby, Jenseits von begabt und unbegabt, Christians Verlag 1980
Elfriede Hengstenberg, Entfaltungen, Arbor Verlag 1991
Kontakt:
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